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You are here: The Platypus Affiliated Society/Die deutschsprachige Platypus Review

Die Platypus Review

Einige der grĂ¶ĂŸten Proteste des letzten Jahrzehnts hatten prĂ€figurativen Charakter. Darunter Occupy und die Indignados-Bewegung (2011), die französischen zones Ă  dĂ©fendre (ZAD, 2011–18), die Gezi-Park-Proteste in Istanbul (2013), die Regenschirm-Bewegung in Hongkong (2014), die französische Versammlungsbewegung Nuit debout (2016), die Dakota Access Pipeline-Proteste in Standing Rock (2016) und die Capitol Hill Autonomous Zone in Seattle (2020). Hinzu kommen die von Gruppen wie Extinction Rebellion und Ende GelĂ€nde organisierten Klimacamps. Die meisten dieser Proteste nahmen die Form einer Besetzung an und errichteten semi-permanente Protestcamps. Diese Camps dienten einem praktischen Zweck – sie ermöglichten es den Protestierenden, ihren Protest aufrechtzuerhalten –, aber sie dienten auch als Modell fĂŒr eine alternative Gemeinschaft mit ihren eigenen Codes und Werten.
Karl Wimmler, Jahrgang 1953, aufgewachsen in Liezen (Steiermark), studierte Germanistik und Geschichte und war in den 1970er-Jahren in linken Organisationen tĂ€tig. Er lebt in Graz als freier Autor und Mitarbeiter von CLIO (Verein fĂŒr Geschichts- und Bildungsarbeit). Das Interview wurde von Platypus-Mitglied Andreas Wintersperger am 12.11.2022 gefĂŒhrt. Es folgt eine gekĂŒrzte und editierte Version des GesprĂ€chs.

Zielsetzung

Überblickt man das Universum der verschiedenen Positionen und Ziele, die linke Politik heute ausmachen, so wird man
den beunruhigenden Verdacht nicht los, dass sich hinter der scheinbaren Vielfalt eine grundlegende Gemeinsamkeit verbirgt:
Was heute existiert, wurde auf den TrĂŒmmern dessen errichtet, was einst möglich war.
[ . . . ]

Richtlinien zur Einsendung von BeitrÀgen

Artikel in der Platypus Review haben normalerweise eine LĂ€nge von 5000–40.000 Zeichen (mit Leerzeichen), lĂ€ngere BeitrĂ€ge können auch berĂŒcksichtigt werden. FĂŒr entsprechende Anfragen und BeitrĂ€ge bitte eine Email an die.platypus.review@gmail.com senden.

Chefredakteur

Tobias Rochlitz

Korrektorinnen und Korrektoren

Jim Igor Kallenberg

Thuy Linh Pham

Jonas Reiber

Florian Piffl

Designer

Max HörĂŒgel

Jakob Trescher

Web-Editor

Lucas Burisch

Social Media Editor

Jonas Reiber

Versand

Lucas Burisch

FrĂŒhere Ausgaben

Ausgabe #24

Ein GesprĂ€ch mit Vlad von der marxistischen Gruppe KyrgSoc (ĐšŃ‹Ń€ĐłĐĄĐŸŃ†) ĂŒber das Erbe der Sowjetunion in Zentralasien und daraus resultierende Herausforderungen fĂŒr die kirgisische Linke.
Dem abschreckenden Versuch, Hegel zu verstehen, drĂ€ngt sich wohl als erstes die Frage auf: Was ist die hegelsche Dialektik? Ich könnte diese mit einer Phrase definieren als „die wechselseitige Durchdringung von GegensĂ€tzen“. Aber eine solche Definition wĂ€re wohl wenig erhellend. Nach Adornos scharfsinnigem Einwand entzieht sich die Dialektik jeglicher Definition und lĂ€sst sich eher demonstrieren als definieren.

Ausgabe #23

Ein Interview mit Koschka Linkerhand ĂŒber queerfeministischen Menschenverstand, radikalfeministischen Frauenverstand und den ausbleibenden RĂŒckenwind der Geschichte
Ein Interview mit Tove Soiland ĂŒber die Haltung der Linken zu den Corona-Maßnahmen, die Epoche des postideologischen Totalitarismus und die Notwendigkeit einer plural diskutierenden Linken.
Ist „Gender” eine Leerstelle des Marxismus, die nur durch neue Formen der Theorie komplettiert werden kann? Welche politische Bedeutung hat der Begriff Gender fĂŒr die Linke heute? Wie steht es um „Gender-Befreiung” mehr als 30 Jahre nachdem sie als politisches Projekt ausgerufen wurde? Was hat die Linke gelernt aus den 200 Jahren Kampf um die Befreiung der Geschlechter? Welche politische Rolle kĂ€me „Gender” in einem Kampf um die Emanzipationen der Geschlechter zu?

Ausgabe #22

Da Platypus ein Projekt ist, das sich vorwiegend mit der Frage nach Marxismus und der Linken beschĂ€ftigt, liegen Fragen nahe: Was ist Psychoanalyse? Weshalb sollte sich die Linke fĂŒr sie interessieren? Was ist ihr geschichtlicher Zusammenhang?
Nicht erst seit der Wahlschlappe der Partei Die Linke bei der letzten Bundestagswahl ist offensichtlich, dass die Linke im weiteren Sinn marginalisiert und politisch irrelevant ist. Nun widmet sich der deutsch-polnische Schriftsteller Artur Becker der Krise der Linken in seinem kĂŒrzlich erschienenen Essay Links: Ende und Anfang einer Utopie. Um die Krise der Linken zu verstehen, fragt Becker in AnknĂŒpfung an Leszek KoƂakowskis AusfĂŒhrungen zum Sinn des Begriffes ‚Linke‘ von 1960 danach, was mit dem Begriff ‚links‘ ĂŒberhaupt gemeint ist.

Ausgabe #21

Welches sind die ererbten Probleme und Aufgaben der Alten und Neuen Linken, die zur GrĂŒndung der Partei DIE LINKE fĂŒhrten? Welche Bedeutung hat DIE LINKE im Kampf fĂŒr den Sozialismus und was sind die Lehren der letzten zwei Jahrzehnte fĂŒr eine neue Generation von Sozialisten?
Die umstrittenste Annahme des Marxismus ist die Diktatur des Proletariats. Und in der Tat bildet sie das, wodurch sich der Marxismus politisch, ideologisch und theoretisch, intellektuell, praktisch und organisatorisch auszeichnet. Der Tod der Linken misst sich an der Abkehr von dieser These.

Ausgabe #20

FĂŒr Luxemburg lag das Wesen des Sozialismus in der Verbindung von „revolutionĂ€rer Tatkraft und weitherzigster Menschlichkeit“.1 Sie hat der Linken fĂŒr das 20. Jahrhundert eine Aufgabe hinterlassen gehabt, an der diese scheiterte: die Einheit von Sozialismus und Demokratie. DafĂŒr gibt es viele Ursachen. Ich will nur auf eine einzige Ursache eingehen – es ist das VerstĂ€ndnis von Sozialismus und von Demokratie, mit dem die marxistische Linke in das 20. Jahrhundert gegangen ist.
Am 10. April 2021 organisierte die Platypus Affiliated Society eine virtuelle Podiumsdiskussion mit Frigga Haug (feministische Marxistin), Sascha Stanicic (Sozialistische Organisation SolidaritĂ€t), Gert Meyer (Historiker) und Stefan Hain (Platypus Affiliated Society), um ĂŒber den Marxismus der Rosa Luxemburg zu diskutieren.

Ausgabe #19

Die Ohnmacht der Linken lĂ€sst sich nachverfolgen bis in die 30er-Jahre, zu den sozialistischen und kommunistischen Massenparteien in Europa im Angesicht des Faschismus. Auf das Wachstum faschistischer Bewegungen antworteten sie mit Panik und Kapitulation, ihre Politik resultierte in ihrer Selbstaufgabe als unabhĂ€ngige politische und soziale Vertretungsorgane des Proletariats. RevolutionĂ€re Parteien verwandelten sich in StĂŒtzen des bĂŒrgerlich-demokratischen Regimes.
Stefan Bollinger ist Politikwissenschaftler und Historiker mit dem Forschungsschwerpunkt deutsch-deutsche und osteuropĂ€ische Geschichte. Außerdem ist er Redakteur der Zeitschrift Marxistische Erneuerung. Das Interview wurde am 15.04.2021 von den Platypus-Mitgliedern Henning Schneider und Daniel Krank gefĂŒhrt. Es folgt eine gekĂŒrzte und editierte Version des GesprĂ€chs.
Tobias Schweiger ist seit Juni 2021 einer von sechs BundessprecherInnen der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). Davor war er federfĂŒhrend im Aufbau der Jungen GrĂŒnen (JG) aktiv. Nach deren Ausschluss aus der grĂŒnen Bundespartei 2017 war er einer der MitbegrĂŒnder der unabhĂ€ngigen linken Jugendorganisation Junge Linke (JL). ZusĂ€tzlich organisierte er in Bremen Kapital-Lesekreise fĂŒr die Rosa-Luxemburg-Stiftung und war bei der antideutschen Gruppe associazione delle talpe aktiv.