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Die deutschsprachige Platypus Review

In meinem Buch "Links–Nietzscheanismus. Eine Einführung" untersuche ich erstmals in umfassender Form einen nahezu übergangenen Bestandteil der Geschichte der Linken. Weder in der allgemeinen Geistesgeschichte noch in der Historiographie der linken Bewegung hat diese Strömung die Aufmerksamkeit erhalten, die sie eigentlich verdiente. Es ist Zeit das zu ändern – nicht zuletzt, weil mit dem Etikett „Links–Nietzscheanismus“ ein unabgegoltenes Erbe verbunden ist. Dieses zu verstehen kann dabei helfen, das Scheitern des linken Experiments an sich zu begreifen – und es vielleicht in Zukunft besser zu machen.
Wenige Persönlichkeiten, Adam Smith vielleicht ausgenommen, sind von der Linken derart mit Verachtung gestraft worden wie Nietzsche. Allzu beflissen ist der Philosoph des Eises und Hochgebirges in die Untiefen der rechten Reaktion verbannt oder als kurzlebige Koketterie verspottet worden, lediglich tauglich für Pubertätskrisen männlicher Jugendlicher.

Zielsetzung

Überblickt man das Universum der verschiedenen Positionen und Ziele, die linke Politik heute ausmachen, so wird man
den beunruhigenden Verdacht nicht los, dass sich hinter der scheinbaren Vielfalt eine grundlegende Gemeinsamkeit verbirgt:
Was heute existiert, wurde auf den Trümmern dessen errichtet, was einst möglich war.
[ . . . ]

Richtlinien zur Einsendung von Beiträgen

Artikel in der Platypus Review haben normalerweise eine Länge von 5000–40.000 Zeichen (mit Leerzeichen), längere Beiträge können auch berücksichtigt werden. Für entsprechende Anfragen und Beiträge bitte eine Email an review_editor@platypus1917.org senden.

Redaktion und Lektorat

Vadim Arko

Florian Piffl

Tobias Rochlitz

Betül Yildrim

Übersetzung

Tobias Rochlitz

Design

Max Hörügel

Simone Schliessler

Jakob Stane

Frühere Ausgaben

Ausgabe #14

Am Anfang des vergangenen Jahrhunderts kam es in der Naturwissenschaft zu einer tiefgreifenden Krise: In der Zeit um 1900 erwiesen sich die Vorstellungen und Begriffe, die man sich bis dahin in der klassischen Physik von der Materie gemacht hatte, als nicht mehr länger haltbar.
Wann immer Adorno sich einem Phänomen nähert, ist seine Methode eine der immanenten dialektischen Kritik. Das Phänomen wird weder als zufällig noch als beliebig betrachtet, sondern als notwendige Erscheinungsform, die die Bedingungen der Möglichkeit für Veränderung anzeigt.
Panthifa ist eine linke Gruppe in Deutschland, die sich exklusiv an Schwarze Menschen wendet. Sie gründete sich am 22.07.2020 aufgrund der erneuten Popularität von Black Lives Matter, um sie durch ihre Vision von linker Politik von und für Schwarze Menschen zu ergänzen.

Ausgabe #13

Am 25. Januar 2020 organisierte Platypus Leipzig eine Podiumsdiskussion, um die Krise des Neoliberalismus aus linker Perspektive zu beleuchten. Es diskutierten Stefan Bollinger (Politikwissenschaftler und Historiker), Jan Gerber (Politikwissenschaftler, Historiker und Autor), Annika Klose (Politikerin der SPD) und Ingar Solty (Sozialwissenschaftler und Autor). Es folgt ein editiertes und gekürztes Transkript der Veranstaltung.
Chris Cutrone ist Mitglied der Platypus Affiliated Society und hat diesen Text am 4. Dezember 2019 an der School of the Art Insitute in Chicago vorgetragen. Ursprünglich erschien der Text in der englischen PR # 123, Februarausgabe 2020. Eine Videoaufnahme des Vortrags mit anschließender Diskussion ist hier online verfügbar.

Ausgabe #12

Ein Interview von Steffen Andrae mit dem Historiker und Kracauer-Biographen Jörg Später
Seit einem halben Jahrhundert kennzeichnet 1968 einen Meilenstein sozialer und politischer Umbrüche, die die ganze Welt umspannten. Eingeleitet von einer Neuen Linken, welche sich von der Alten Linken (1920er/-30er) abzugrenzen suchte, legten die Ereignisse von 1968 den Grundstein für alles Folgende: von Protestpolitik bis hin zur akademischen Linken. Heute, da die USA in einen scheinbar endlosen Krieg in Asien verwickelt sind, der Aufruf zur Amtsenthebung eines unbeliebten Präsidenten laut wird, und sich auf den Straßen Aktivisten um Forderungen nach Befreiung hinsichtlich Herkunft, Gender und Sexualität zum Kampf erheben, treten die Ansprüche des politischen Horizonts von 1968 in Erinnerung. Welche Lehren sind aus der Neuen Linken zu ziehen, wenn eine andere Generation an den Aufbau einer Linken des 21. Jahrhunderts herantreten soll?

Ausgabe #11

Transgender-Aktivistin Leslie Feinberg verkündete in einem politischen Pamphlet von 1992, dass die Zeit für Transgender-Befreiung gekommen sei. Mehr als zwanzig Jahre später beschreiben populäre Medien die zunehmende Sichtbarkeit von transgender-Lebensstilen als ein „Trans-Tipping-Point“ oder auch als „Transmoment“. Doch bei eingehender Betrachtungfällt auf, dass all diese „neuen“ Ideen, die derzeit ins Blickfeld geraten, von Leuchten der Aufklärung bereits zum Ausdruck gebracht wurden – und zwar besser als es jetzt der Fall ist!
Volkmar Sigusch, Jg. 1940, gilt als einer der bedeutendsten Sexualforscher der Welt. Er war von 1973 bis 2006 Direktor des Instituts für Sexualwissenschaft im Klinikum der J. W. Goethe-Universität Frankfurt/M. sowie Professor für Spezielle Soziologie (Soziologie der Sexualität) im dortigen Fachbereich Gesellschaftswissenschaften. 1973 war Sigusch Mitbegründer der International Academy of Sex Research und 1988 der Zeitschrift für Sexualforschung. Sein Buch Ergebnisse zur Sexualmedizin war 1972 das weltweit erste Buch, das „Sexual Medicine“ oder „Sexualmedizin“ im Titel führt. Sein Buch Die Mystifikation des Sexuellen wurde 1992 in die Pariser Encyclopédie philosophique universelle als ein Werk des Jahrhunderts aufgenommen. Über 40 Jahre lang gab Sigusch die Beiträge zur Sexualforschung mit heraus. Bisher verfasste er mehr als 800 wissenschaftliche Arbeiten, darunter 42 Monographien. Seine Werke sind in viele Sprachen übersetzt worden.
Millennials haben keinen Sex, das gilt mittlerweile als gesichert. Neuere Untersuchungen zeigen, dass Millennials Empfindungen abwehren, die durch Liebe und Begehren ausgelöst werden. Sie nennen es abschätzig „sich Gefühle einfangen“.1 Die weit verbreitete Paranoia um Einvernehmlichkeit verstärkt solche Ansichten vermutlich noch weiter. Und da die Opferrolle zum Prüfstein für kritische Einsicht und politische Solidarität geworden ist, werden Frauen dazu ermutigt, sich in ihren Erfahrungen als Opfer zu empfinden. Indes werden verständnisvolle Männer – durch die Last kollektiver Schuld – dazu angehalten, sich mit Tätern gleichzustellen. Das erzeugt Groll gegen all jene, deren Erfahrungen anders sind.

Ausgabe #10

Mit der erfolgreichen Revolte des Dritten Standes schien es, als würde die Menschheit endlich ihren „natürlichen“ Zustand der Aufklärung erreichen, sowohl hinsichtlich der natürlichen Umwelt wie auch der Beziehungen der Menschen untereinander. Scheinbar unbegrenzte Möglichkeiten eröffneten sich, und das dunkle Zeitalter war endlich für beendet erklärt. Im Zuge der Industriellen Revolution des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts entwickelte sich jedoch ein neuer „Widerspruch“ in der bürgerlichen Gesellschaft: der des Werts des Kapitals gegenüber dem Wert der Arbeitskraft. Mit diesem Widerspruch trat auch ein neuer sozialer und politischer Konflikt zutage: der „Klassenkampf“ der Arbeiter für den Wert ihrer Löhne gegen das unbedingte Gebot der Kapitalisten, den Wert des Kapitals zu bewahren und zu vergrößern.
Es ist mitunter die Mobilmachung gegen die technisierte und verwaltende Politik, welche Rechtspopulisten zurzeit bemüht sind, gegen das politische Establishment in Stellung bringen. Zu denken, mit „Establishment“ sei direkt die ökonomisch herrschende Klasse gemeint, ist ein politisches Fehlurteil. Denn im Zentrum steht die Unterscheidung von Politik und einem administrativen Politikapparat. Es handelt sich dabei um jene Unterscheidung, die sich im 20. Jahrhundert von verschiedenen Seiten zur dominantesten Kritikform des Politischen entwickelte.
In den 1980er Jahren verabschiedete sich eine ganze Generation Intellektueller im Zeichen der Postmoderne von jeglicher Utopie. Doch bereits zuvor war die Neue Linke in den 60er und 70er Jahren mit ihrer Rückkehr zu Marx gescheitert. Aus Sicht von Althusser inszenierten die Studenten weltweit 1968 eine „ideologische Revolte“. Sie revolutionierten den kulturellen Überbau, aber nicht die sozialen und politischen Verhältnisse. Er bemerkte damit das Ende der Neuen Linken, die sich dafür entschied, Politik gegen Protest einzutauschen. Das politische Scheitern der Neuen Linken 1968 ebnete sowohl der Post-Moderne als auch dem Post-Marxismus den Weg. Ihre historischen und intellektuellen Ursprünge kreuzen sich.

Ausgabe #9

Am 07.12.2017 organisierte Platypus eine Podiumsdiskussion in Frankfurt mit dem Titel „Was ist Sozialismus? Zur internationalen Sozialdemokratie“. Die Podiumssprecher wurden dazu eingeladen, die Geschichte der Sozialdemokratie aus linker Perspektive zu reflektieren: Wie sind Sozialdemokratie und soziale Revolution heute, in Anbetracht der Geschichte, noch verbunden? Wofür steht die Sozialdemokratie politisch? Es wurden eingeladen: Hans-Gerd Öfinger (International Marxist Tendency), André Leisewitz (Zeitschrift Marxistische Erneuerung), Martin Veith (Institut für Syndikalismusforschung), Lukas Schneider (Jusos Frankfurt) und Christoph Spehr (Die LINKE).
Hans Jürgen Urban trat 1984 in die IG Metall ein und ist seit 2007 geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Die Fragen im Interview wurden von Daniel Schultz und Anne Franz erarbeitet. Das Interview selbst führte Daniel Schultz. Beide sind Mitglieder der Platypus Affiliated Society.