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Die Platypus Review

Die Gruppe Platypus veranstaltet seit einigen Jahren auch im deutschsprachigen Raum Diskussions- und Vortragsveranstaltungen zu linker Theoriegeschichte. Dabei ist nicht nur der unorthodoxe Mix aus Trotzkismus und Kritischer Theorie auffällig, sondern auch die positive Bezugnahme auf einige progressive Klassiker der bürgerlich-liberalen Tradition, insbesondere Adam Smith und Jean-Jacques Rousseau. Einen zentralen Aufsatz zur Begründung dieser Tradition ist von Spencer A. Leonard vorgelegt worden. Am Beispiel dieses Textes lassen sich die Probleme, in die sich die Platypus-Society mit ihrem theoretischen Framing bringt, darstellen.

Kürzlich wurden, in einer an die X-Files erinnernden Szene, durch die Aufnahmen eines NASA-Satelliten die Überreste einer alten US-Atomwaffenbasis auf Grönland entdeckt. Das eigentlich vom Permafrost bedeckte „Camp Century” ist ein Relikt des Kalten Kriegs und ihr Wiederauftauchen eine treffende Metapher für Donald Trumps Vorschlag, das US-Territorium auf den zirkumpolaren Norden auszudehnen. Das scheinbar aus dem Nichts kommende Vorhaben hat in Wirklichkeit eine weit zurückreichende Geschichte.

Steve Bannon beschreibt die MAGA-Agenda der Präsidentschaft Trumps anhand von drei Grundsätzen: regulierter Handel, begrenzte Einwanderung und keine ewigen Kriege mehr. All das soll den nationalen Interessen und der Demokratie der USA dienen. Natürlich sind das Bannons Prioritäten und nicht unbedingt die von Trump selbst. Die drei Komponenten der Trump-Koalition für seine Wahl zur zweiten Amtszeit waren nach Bannon: die traditionelle Republikanische Partei, die „Broligarchen“ aus dem Silicon Valley und dem Risikokapitalbereich sowie die „wahren MAGA-Anhänger“. Für diese sieht er drei Bedrohungen: das alte politische Establishment, die Wall Street und die permanente Bürokratie des Deep States. 

Donald Trump erwarb Mar-a-Lago lange nachdem es als Präsidentenresidenz („Winter White House“) aufgegeben wurde, wofür es ursprünglich gebaut und der US-Regierung gespendet worden war. Die Regierung hatte es verkauft, und Trump erwarb es mehrere Jahrzehnte vor seiner politischen Karriere zu einem Schnäppchenpreis. Er verwandelte es von einer heruntergekommenen Immobilie zu seinem privaten Anwesen, wodurch er es schließlich seinem ursprünglichen Zweck zuführte. 

Es ist Trumps Welt, und wir leben in ihr. Die Frage ist nur, wie wir dazu stehen. FDR (Franklin D. Roosevelt) hielt seine berühmte Rede, „dass es nur eine Sache gibt, die wir fürchten müssen: die Furcht selbst“, um Bedenken hinsichtlich seiner New-Deal-Reformen auszuräumen, die zu dieser Zeit als beispiellose Schritte galten und daher zu Recht Angst auslösten. Die Botschaft der zweiten Trump-Regierung – die in vielerlei Hinsicht eigentlich seine erste ist – lautet genauso: Die Gefahr geht nicht von den Maßnahmen aus, die er ergreift, sondern von der Panikmache darüber. Die Panikreaktion der Aktien- und Anleihenmärkte schien den Verhandlungsprozess über die Zölle vorübergehend zu erschweren, aber das sind taktische, keine strategischen Fragen: Das Ziel bleibt dasselbe. Genauso wie die 10% Basiszinssätze auf Importe aus fast allen Ländern, die bereits eine massive Erhöhung darstellen, bestehen bleiben. Trump wird sich nicht von seinem Ziel abbringen lassen, die amerikanische und die globale Wirtschaft umzustrukturieren. Er hat bereits irreversible Veränderungen bewirkt. Wer weiß, wie sich das alles entwickeln wird? Trump und sein Team scheinen von ihrem Verständnis über das, was sie tun, überzeugt zu sein.

Chefredakteur

Moritz Schiffmann

Korrektorinnen und Korrektoren

Jim Igor Kallenberg

Thuy Linh Pham

Florian Piffl

Jonas Reiber

Hannes Metzing

Victoria Wenzel

Designer

Franka Nowak

Jakob Trescher

Theresa WĂĽnsch

Web-Editor

Johannes H.

Social Media Editor

Jule Hoffmann

Versand

Arthur Hoffmann

Finanzen

Artur B.

Zielsetzung

Ăśberblickt man das Universum der verschiedenen Positionen und Ziele, die linke Politik heute ausmachen, so wird man
den beunruhigenden Verdacht nicht los, dass sich hinter der scheinbaren Vielfalt eine grundlegende Gemeinsamkeit verbirgt:
Was heute existiert, wurde auf den Trümmern dessen errichtet, was einst möglich war.
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Richtlinien zur Einsendung von Beiträgen

Artikel in der Platypus Review haben normalerweise eine Länge von 5000–40.000 Zeichen (mit Leerzeichen), längere Beiträge können auch berücksichtigt werden. Für entsprechende Anfragen und Beiträge bitte eine Email an die.platypus.review@gmail.com senden.

FrĂĽhere Ausgaben

Ausgabe #36 (September/Oktober 2025)

Am 04.11.2023 veranstaltete die Platypus Affiliated Society in Leipzig eine Podiumsdiskussion mit Mara (Mitglied des SDS Leipzig), Lukas (Mitglied der Gruppe ArbeiterInnenmacht), Magnus Klaue (freier Autor) und Henry (Mitglied der Platypus Affiliated Society). Es folgt ein editiertes und gekürztes Transkript der Veranstaltung, die unter https://www.youtube.com/watch?v=8Rf7K5h3h64 vollständig angehört werden kann.

Die Freiheit der Meinung und ihrer Äußerung ist in den vergangenen Jahren erneut ins Zentrum öffentlicher Debatten gerückt. Seit der Podiumsdiskussion in Leipzig im November 2023 hat sich diese Diskussion weiter polarisiert. Erleben wir tatsächlich eine Krise der Meinungs- oder Redefreiheit? Und wenn ja, von welcher Seite aus wird der Prozess der Meinungsbildung manipuliert oder die Meinungsäußerung eingeschränkt? Was darf nicht gesagt werden – und wer entscheidet das? Besonders drängend bleibt die Frage, wie sich eine gesellschaftliche Linke in diesem Spannungsfeld positionieren sollte.

Ausgabe #35 (Januar-August 2025)

Zum Klassiker der Studierendenbewegung der 2010er Jahre erhoben, gilt kaum ein anderer Autor als so bezeichnend für die Momentaufnahme der Millennial Linken wie Mark Fisher. Acht Jahre nach seinem Tod erlebt er eine unerwartete Renaissance: 2024 erscheinen seine Vorlesungen vom November 2016 posthum im Brumaire Verlag, während in Seminarräumen und Online-Diskussionen sein Name wieder zirkuliert. Diese Wiederkehr ist kein Zufall sondern Ausdruck einer strukturellen Ähnlichkeit zwischen heute und 2009, als Fisher seinen Kapitalistischen Realismus formulierte. Wie damals fehlen überzeugende linke Alternativen, wie damals herrscht ein Gefühl politischer Ausweglosigkeit vor.

Am 2. August 2024 veranstaltete die Platypus Affiliated Society eine Podiumsdiskussion mit Detlef zum Winkel (Autor), Justus Wertmüller (Redaktion Bahamas), Jan Sander (Platypus Affiliated Society) und Jan Kalk (Gesellschaft für kritische Bildung) an der Humboldt-Universität zu Berlin zum Thema: Was waren die Antideutschen?

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