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Die „Linke“ hat sich angesichts der Ukraine entlang der Frage zerstritten, welchen kapitalistischen Politikern sie im gegenwärtigen Konflikt nacheifern und hinterherlaufen soll, wobei sie in ihrer üblichen Manier übermäßiger Sportbegeisterung johlend am Spielfeldrand steht. Manche innerhalb der „Linken“ haben sich hinsichtlich Russlands „Militäroperation zur Entnazifizierung“ der Ukraine als „Antifaschisten“ positioniert – ob aufseiten der Ukraine oder aufseiten Russlands. Andere innerhalb der „antiimperialistischen Linken“ lecken sich die Finger in der Hoffnung auf eine neue Antikriegsbewegung, die aus Angst davor, dass Kritik an der Biden-Regierung die ansonsten unvermeidliche Rückkehr Trumps als US-Präsident befördern könnte, nicht entstehen wird: Die „Linke“ in all ihren Spielarten wird wie immer dem Bedarf der US-amerikanischen Demokratischen Partei entsprechend ein- und ausgeschaltet.

Im Zuge der russischen Invasion der Ukraine haben manche auf der Linken versucht, die gegenwärtige Krise durch Bezugnahme auf Imperialismus und nationale Selbstbestimmung sowie mittels der Rolle marxistischer Revolutionäre wie Lenin im Ersten Weltkrieg zu verstehen. Wie sollte die Linke die gegenwärtige Krise in der Ukraine verstehen? Welche Bedeutung haben diese Begriffe – Imperialismus, Antiimperialismus und nationale Selbstbestimmung – für die Linke heute? Wie denken wir heute über den Slogan, den imperialistischen Krieg in einen Bürgerkrieg zu verwandeln, vor dem Hintergrund der Abwesenheit einer internationalen Linken nach?

Erste Einheit am 21.07.2023 von 18:30 bis 21:300
Danach Montag, Mittwoch und Freitag bis 11.08.2023 von 18:30 - 21:30

Ort: Stufenraum D4, Wirtschaftsuniversität Wien
Welthandelsplatz 1, 1020 Wien


• vorausgesetzte Texte
+ zusätzlich, empfohlene Texte


Einheit 1. Kunst und Politik nach der Postmoderne | 21.07.2023

“[Artists'] work is to sustain the critical moment of aesthetic experience. [Critics' work] is to recognize it.”
-- Susan Buck-Morss, response to Visual culture questionnaire (1996)

• Susan Buck-Morss, Response to the Visual culture questionnaire (1996)
• Robert Pippin, "On Critical Theory" (2004)
• Chris Cutrone, "The relevance of Critical Theory to art today" (2011) [PDF]
• Cutrone, "An incomplete project? Art and politics after postmodernism" (2010) [PDF]
+ Rainer Maria Rilke, "Archaischer Torso Apollos" (1908)
+ Being and becoming (freedom in transformation) / immanent dialectical critique chart of terms


Einheit 2. Die Bedeutung von Kunst | 24.07.2023

• Immanuel Kant, Vorrede und Einleitung, Kritik der Urteilskraft (1790)
+ Being and becoming (freedom in transformation) / immanent dialectical critique chart of terms
+ Kant's 3 Critiques and philosophy charts of terms


Einheit 3. Kunst und Menschheit | 26.07.2023

• Friedrich Schiller, Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen (1794)
+ Schiller on aesthetic education (and Nietzsche on art) chart of terms


Einheit 4. Moderne Ă„sthetik | 28.07.2023

• G.W.F. Hegel, Vorlesungen über die Ästhetik, Erster Abschnitt:
Einleitung bis (inklusive) "3. Zweck der Kunst"


Einheit 5. Moderne und Modernismus | 31.07.2023

• Heinrich Heine, Ausschnitte aus Salon 1831 (1831)
• Heine, Ausschnitte aus Salon 1843 (1843)
• Charles Baudelaire, Ausschnitte aus Paris Spleen (1867)
• Baudelaire, Ausschnitte aus Salon 1846 (1846)
• Baudelaire, Ausschnitte aus The Painter of Modern Life (1863)
+ Baudelaire on the modern / modernity / modernism chart of terms
+ Richard Wagner, "Kunst und Revolution" (1849)


Einheit 6. Kunst als Rechtfertigung fĂĽr das Leben? | 02.08.2023

• Friedrich Nietzsche, Die Geburt der Tragödie (1872 inklusive "Versuch einer Selbstkritik von 1886)
+ Schiller on aesthetic education (and Nietzsche on art) chart of terms


Einheit 7. Kunst und Revolution | 04.08.2023

“[A] protest against reality, either conscious or unconscious, active or passive, optimistic or pessimistic, always forms part of a really creative piece of work. Every new tendency in art has begun with rebellion.”
— Trotsky, “Art and politics in our epoch” (1938)

• Walter Benjamin, "Über das mimetische Vermögen" (1934)
• Leo Trotzki, "Art and politics in our epoch" (1938)
• Clement Greenberg, "Avant-garde and Kitsch" (1939)
• Cutrone, "Trotsky, Benjamin, Adorno and Greenberg's critique of 'revolutionary art' " (2020)


Einheit 8. Revolutionäre Kunst? | 07.08.2023

• Walter Benjamin, "Erfahrung und Armut" (1934)
• Benjamin, "Der Autor als Produzent" (1934)
• Jürgen Habermas, "Moderne: Ein unvollendetes Projekt" (1981)


Einheit 9. Kunst und Kapitalismus | 09.08.2023

• Benjamin, "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" (1936)
• Theodor Adorno, Brief an Benjamin (1936)
+ Siegfried Kracauer, "Die Photographie" (1927)
+ Benjamin, "Kleine Geschichte der Photographie" (1931)


Einheit 10. Die Notwendigkeit und Unmöglichkeit von Kunst | 11.08.2023

• Adorno, "Jene Zwanziger" (1962)
• Adorno, Ausschnitte aus Ästhetische Theorie: „Selbstverständlichkeit von Kunst verloren“ (S. 9–11) und „Gesellschaft“ (S. 334–389) (1970)
• Stewart Martin, “Critique of relational aesthetics” (2007)
• Stewart Martin, “The absolute artwork meets the absolute commodity” (2007)

Einige der größten Proteste des letzten Jahrzehnts hatten präfigurativen Charakter. Darunter Occupy und die Indignados-Bewegung (2011), die französischen zones à défendre (ZAD, 2011–18), die Gezi-Park-Proteste in Istanbul (2013), die Regenschirm-Bewegung in Hongkong (2014), die französische Versammlungsbewegung Nuit debout (2016), die Dakota Access Pipeline-Proteste in Standing Rock (2016) und die Capitol Hill Autonomous Zone in Seattle (2020). Hinzu kommen die von Gruppen wie Extinction Rebellion und Ende Gelände organisierten Klimacamps. Die meisten dieser Proteste nahmen die Form einer Besetzung an und errichteten semi-permanente Protestcamps. Diese Camps dienten einem praktischen Zweck – sie ermöglichten es den Protestierenden, ihren Protest aufrechtzuerhalten –, aber sie dienten auch als Modell für eine alternative Gemeinschaft mit ihren eigenen Codes und Werten.

Karl Wimmler, Jahrgang 1953, aufgewachsen in Liezen (Steiermark), studierte Germanistik und Geschichte und war in den 1970er-Jahren in linken Organisationen tätig. Er lebt in Graz als freier Autor und Mitarbeiter von CLIO (Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit). Das Interview wurde von Platypus-Mitglied Andreas Wintersperger am 12.11.2022 geführt. Es folgt eine gekürzte und editierte Version des Gesprächs.