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Es ist Trumps Welt, und wir leben in ihr. Die Frage ist nur, wie wir dazu stehen. FDR (Franklin D. Roosevelt) hielt seine berühmte Rede, „dass es nur eine Sache gibt, die wir fürchten müssen: die Furcht selbst“, um Bedenken hinsichtlich seiner New-Deal-Reformen auszuräumen, die zu dieser Zeit als beispiellose Schritte galten und daher zu Recht Angst auslösten. Die Botschaft der zweiten Trump-Regierung – die in vielerlei Hinsicht eigentlich seine erste ist – lautet genauso: Die Gefahr geht nicht von den Maßnahmen aus, die er ergreift, sondern von der Panikmache darüber. Die Panikreaktion der Aktien- und Anleihenmärkte schien den Verhandlungsprozess über die Zölle vorübergehend zu erschweren, aber das sind taktische, keine strategischen Fragen: Das Ziel bleibt dasselbe. Genauso wie die 10% Basiszinssätze auf Importe aus fast allen Ländern, die bereits eine massive Erhöhung darstellen, bestehen bleiben. Trump wird sich nicht von seinem Ziel abbringen lassen, die amerikanische und die globale Wirtschaft umzustrukturieren. Er hat bereits irreversible Veränderungen bewirkt. Wer weiß, wie sich das alles entwickeln wird? Trump und sein Team scheinen von ihrem Verständnis über das, was sie tun, überzeugt zu sein.

Was beinhaltet „Emanzipation“? Auf welches „darüber hinaus“ verweist Kapitalismus? Und genauer: Was wäre die Rolle des Staates in diesem „darüber hinaus“ und wie wäre die Ökonomie darin organisiert? Es scheint mir, dass es wichtig ist, aus der Vergangenheit zu lernen, aber ohne eine Vision davon, wie es aussähe, über das Kapital hinauszukommen, sind wir in Schwierigkeiten.

Wie die Gewerkschaftsbewegung im Zweiten Deutschen Kaiserreich können heutige intersektionale Bewegungen die Selbstorganisation von Marginalisierten bewerkstelligen, die sich dadurch ihrer Marginalisierung entledigen können. Das Motto von Platypus lässt sich so wie folgt reformulieren: Nicht die Linke ist tot, bloß der Marxismus.

Der Ursprung alles menschlichen Lebens ist die Sexualität und alle Geschichte ist die Geschichte von Klassenkämpfen. Aber als wissenschaftlicher und politischer Begriff ist Sexualität ebenso wie Sozialismus und Marxismus ein Produkt der Moderne. Das Teach-in will der Frage nachgehen, wie Marxistinnen und Marxisten seitdem das Verhältnis von sexueller Befreiung und sozialistischer Revolution beurteilten und charakterisieren.

Mit ihrem Gründungsdatum am 3. November 1918 zählt die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) in Bezug auf ihre organisatorische Kontinuität zu den heute ältesten kommunistischen Parteien der Welt. Durch ihren international diskutierten Wahlerfolg bei der letzten Gemeinderatswahl der steirischen Landeshauptstadt Graz im September 2021 sowie durch den beim letzten Parteitag im Juni 2021 beschlossenen Führungswechsel stellen sich erneut Fragen und Probleme in Bezug auf die Bedeutung der 103-jährigen Parteigeschichte für ihre Gegenwart und Zukunft. 30 Jahre nach dem offiziellen Zerfall der Sowjetunion lädt Platypus Wien zur Diskussion folgender Fragen: Was ist die KPÖ und was kann aus ihr noch werden? Ist dies ein Moment des Fortschritts im Kampf um den Sozialismus? Wenn ja, was würde das bedeuten? Welche Lehren können – wenn überhaupt – aus ihrer eigenen Geschichte gezogen werden?