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Die Frankfurter Schule behandelte das Problem des politischen Scheiterns des Sozialismus unter dem Gesichtspunkt des revolutionären Subjekts: der Massen in der demokratischen Revolution und der politischen Partei fßr den Sozialismus.

Rajko Eichkamp ist Publizist und lebt in Berlin. Er veröffentlicht in der Zeitschrift „Bahamas“ in unregelmäßigen Abständen. Seine Texte hinterfragen linke Selbstverständlichkeiten und gängige Freund-Feind-Erklärungen. Frederic Eylenstein ist Mitglied von Platypus und sprach mit Eichkamp über aktuelle Umbrüche in der internationalen Politik und deren Bedeutung für die Linke. Das Interview fand am 2. Dezember 2017 statt.

„Die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der
Lebenden“
- Karl Marx


Am 23. April beginnt mit dem Sommersemester auch unser Lesekreis "Was ist revolutionärer Marxismus?". Der Lesekreis findet jeden Montag von 18:30 bis 21 Uhr am Campus Universität Leipzig Augustusplatz statt. Der Raum ist im Seminargebäude  S 103. Die gesamte Leseliste werdet ihr online finden. Die Texte werden im voraus gelesen und dann in der Sitzung diskutiert. Neueinsteiger/innen sind herzlich Willkommen. Vorkenntnisse werden keine benĂśtigt.
Der Marxismus nach dem Tod von Marx und Engels erfährt mit dem rasanten Wachstum der Arbeiterbewegung und der Entstehung der zweiten Internationale den Charakter einer politischen Massenbewegung, die sich in alle Teile der Welt verbreitet. Wir möchten im ersten Teil des Seminars genauer betrachten, worin der berühmt-berüchtigte Marxismus der Arbeiterbewegung bestanden hat und welche Krise ihn vor dem Beginn des Ersten Weltkrieges erfasst hat und große Teile der Arbeiterbewegung in diesen stürzte. Der Kampf gegen diese “Krise des Marxismus” hat mit der Oktoberrevolution und der deutschen Arbeiterrevolution von 1918-19 einen welthistorischen Maßstab erreicht, der die Hoffnungen und Katastrophen des zwanzigsten Jahrhunderts vorbereitete. Was war das Ziel der 1917 eingeleiteten internationalen Revolution und wie ist diese gescheitert? Welche politischen und ideologischen Konsequenzen hat dieses Scheitern und wie hängt es mit den verhängnisvollen Entwicklungen der 30er und 40er Jahre zusammen?
Um diese Fragen näher zu beleuchten, werden wir uns in der zweiten Hälfte des Semesters mit den Reflexionen dieser Entwicklungen beschäftigen, wie sie von zentralen Figuren der Frankfurter Schule entwickelt wurden. Mit Lukåcs, Benjamin, Horkheimer und Adorno werden wir die Spannung, Kontinuität und Differenz zu den Vertretern der klassischen Periode des Marxismus entwickeln und uns somit ein bedeutendes Instrumentarium zum Verständnis der gegenwärtigen Welt anzueignen suchen. Das problematische Verhältnis von Theorie und Praxis im Marxismus und seiner Entwicklung hat die Welt des zwanzigsten Jahrhunderts entscheidend geprägt und hinterlässt ihre Narben bis in die Gegenwart. Mit der Erforschung dieses Verhältnisses mÜchten wir Aufschluss darßber erhalten, wie die Vergangenheit unsere eigene Imagination der Zukunft in Bann hält.

  • vorausgesetzte / + empfohlene Texte

Woche 1, 23. Abril, Revolutionary Leadership

 


Woche 2, 30. Abril, 
Reform oder Revolution:

 


Woche 3, 7. Mai
, Lenin und die Avantgarde

 


Woche 4, 14. Mai, 
Was tun?

+ Richard Appignanesi und Oscar Zarate / A&Z, "Introducing Lenin and the Russian Revolution / Lenin for Beginners" (1977)


 

Woche 5: 21. Mai
 Massenstreik und Sozialdemokratie

 


Woche 6, 28. Mai
, Permanente Revolution

+ Tariq Ali and Phil Evans, "Introducing Trotsky and Marxism / Trotsky for Beginners" (1980)

Woche 7, 4. Juni, 
Staat und Revolution

 


Woche 8, 11. Juni
, Imperialismus


 

Woche 9, 18. Juni, 
Das Scheitern der Revolution

+ Luxemburg, "Die Sozialisierung der Gesellschaft" (1918)

+ Luxemburg, "Die Ordnung herrscht in Berlin" (1919)

+ Sebastian Haffner, "Die deutsche Revolution 1918/19" (1968)

 


Woche 10, 25. Juni, 
RĂźckzug nach der Revolution

+ Lenin, "Notizen eines Publizisten" (1922/24)

 


Woche 11, 2. Juli
, Dialektik der Verdinglichung

  • LukĂĄcs, “Der Standpunkt des Proletariats” (= Teil III. des Kapitels “Die Verdinglichung und das Bewußtsein des Proletariats”) In: Geschichte und Klassenbewusstsein (1923)

 


Woche 12, 9. Juli
, Lehren des Oktobers

+Trotzki, "Bolschewismus und Stalinismus" (1937)

 


Woche 13, 16. Juli
, Trotzkismus


 

Woche 14, 23. Juli
, Der Begriff der Geschichte

+ Bertolt Brecht, "An die Nachgeborenen" (1939)

+ Benjamin, "Erfahrung und Armut" (1933)

+ Benjamin, "Theologisch-politisches Fragment" (1921/39?)

+ Benjamin, "Zum Planetarium" (aus: Einbahnstraße, 1928)

 


Woche 15, 30. Juli, Reflexionen auf den Marxismus

+ Adorno, Adorno, "Zueignung", "Vor Mißbrauch wird gewarnt" und "Zum Ende", aus Minima Moralia (1944-47)

+ Horkheimer und Adorno, Diskussion Ăźber Theorie und Praxis (1956)

 


Woche 16. 6. August
, Theorie und Praxis:

+ Adorno, "Zu Subjekt und Objekt" (1969)

+ Adorno, "Spätkapitalismus oder Industriegesellschaft?" (1968) [Audio] [Text]

+ Adorno und Marcuse, "Correspondence on the German New Left" (1969)

+ Esther Leslie, "Introduction to the 1969 Adorno-Marcuse correspondence" (1999)

Zum 100. Jubiläum der Russischen Revolution von 1917 veranstaltete Platypus am 03. November 2017 eine Podiumsdiskussion in Frankfurt mit Frank Ruda (Philosoph), Lars Quadfasel (Hamburger Studienbibliothek), Anton Stortchilov (Die LINKE) und Rafael Rehm (Der Funke).
Bini Adamczaks neu erschienenes Buch Der schĂśnste Tag im Leben des Alexander Berkman. Vom mĂśglichen Gelingen der Russischen Revolution nimmt sich ihrer Geschichte an, um die potentiellen, aber nicht realisierten MĂśglichkeiten des historischen Moments erfahrbar zu machen. Mit der freundlichen Zustimmung des edition assamblage Verlags sowie Adamczak selbst kann hier ein kleiner Auszug aus dem Kapitel