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Vom Nutzen und Nachteil Nietzsches für die Linke

Ethan Linehan

Die Platypus Review Ausgabe #15 | Sommer  2021

„[D]ie Armen ahnen freilich nicht, wie leichenfarbig und gespenstisch eben diese ihre ‚Gesundheit‘ sich ausnimmt.“

  • Friedrich Nietzsche, Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik

„Der Mensch ist Etwas, das überwunden werden soll. Was habt ihr getan, ihn zu überwinden? […] Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch – ein Seil über einem Abgrunde. […] Was groß ist am Menschen, das ist, dass er eine Brücke und kein Zweck ist: was geliebt werden kann am Menschen, das ist, dass er ein Übergang und ein Untergang ist.“

  • Nietzsche, Also sprach Zarathustra

Da sie ihren Zensurstift in letzter Zeit recht willkürlich angesetzt hat, zeigt die derzeitige Linke keinen großen Respekt für Friedrich Nietzsche. Wenige Persönlichkeiten, Adam Smith vielleicht ausgenommen,1 sind von der Linken derart mit Verachtung gestraft worden wie Nietzsche. Allzu beflissen ist der Philosoph des Eises und Hochgebirges in die Untiefen der rechten Reaktion verbannt oder als kurzlebige Koketterie verspottet worden, lediglich tauglich für Pubertätskrisen männlicher Jugendlicher. Diese allgegenwärtige Ablehnung sagt wenig über Nietzsche und sehr viel über die historische Verarmung aus, die die Linke seit Generationen plagt. Wenn die Linke keine Zeit für Nietzsche hat, dann ist das zu ihrem eigenen Nachteil. Denn in ihrer Eile, Nietzsche beiseitezuschieben, hat die Linke ihre Karten auf den Tisch gelegt. Ihre aufgebrachte Zurückweisung gibt die Wahrheit preis: Nietzsches Projekt und die gegenwärtige Linke haben wirklich nichts gemeinsam. Nietzsche tut uns dabei keinen Gefallen, da er nie beanspruchte, zur Linken zu gehören. Die Linke war historisch definiert durch ihre Utopie, ihre Vision für die Zukunft, ihre Fortschrittlichkeit und ihr Streben nach radikalem Wandel. Der Linken geht es um Freiheit, um das Eröffnen von Möglichkeiten und um die Überwindung der Beschränktheit des Bestehenden. Obwohl es ihm definitiv um die Eröffnung von Möglichkeiten ging, setzte Nietzsche pointiert und beständig den Begriff des Fortschritts selbst unter Druck und zeigte, dass er durchsetzt von Antinomien ist. Aber wie wir sehen werden, liegt genau darin seine Bedeutung für die Linke. Wie Adam Smith und Rousseau durchdringt Nietzsche in seinem Denken als Philosoph der Freiheit eine sehr reichhaltige und weitestgehend vergessene Geschichte der Linken, die dringend wiederbelebt werden muss. Aufgrund seiner niederschmetternden Anklage gegen den Status quo und seines Beharrens darauf, dass die Moderne selbst nur eine Sprosse auf der Leiter zu höheren Dingen ist, fühlt sich die Linke per se seit Langem zu Nietzsche hingezogen. Sollte sich mein Versuch, den Archäologen für drei Generationen einer ernsthaften und kritischen Auseinandersetzung mit Nietzsche zu spielen, nicht als illusorisch herausstellen, dann erweist sich die heutige Linke durch ihre unkritische Zurückweisung dieser Geschichte de facto als eine Linke, die ihren Namen nicht verdient.

Von Marx zu Nietzsche

Verkürzt könnte man die intellektuelle Orientierung des 19. Jahrhunderts folgendermaßen darstellen: Aufmerksam der Geschichte gegenüber. Wie der Nietzsche-Forscher Peter Preuss es ausdrückte:

Das 19. Jahrhundert hatte die Geschichte entdeckt und alle nachfolgende Forschung und Bildung war von dieser Entdeckung geprägt. Das war nicht bloß die Entdeckung einer Reihe von Tatsachen über die Vergangenheit, sondern die Entdeckung der Geschichtlichkeit des Menschen.2

Die kritische Erkenntnis der Geschichte als Schauplatz eines sich entfaltenden Dramas, in dem die Menschheit eine aktive Rolle spielen muss, war das unauslöschliche Zeichen der Aufklärung; diese Tradition erreichte ihren philosophischen Zenit mit Hegel. Jedoch nahm die Geschichte nach der Industriellen Revolution eine neue Bestimmtheit an. Während Marx die bedeutendste Persönlichkeit ist, die die neuen Möglichkeiten und Probleme der Geschichte optimistisch zur Kenntnis nahm, betrat Nietzsche die Bühne im Stillen, als die Zukunft der Geschichte in Melancholie versank. Nietzsche kam zur Welt, nur vier Jahre bevor das Hegelsche System infolge der europaweiten Niederlage der Revolution zerschmetterte. Es ist kein Zufall, dass zur gleichen Zeit Marx’ Erkenntnisse zum ersten Mal miteinander verschmolzen. Nietzsche fehlte es an einem dialektischen Verständnis des Kapitalismus (der Durchbruch, den wir Marx zuschreiben), aber Nietzsches Denken verhielt sich stets immanent zum widersprüchlichen Charakter der bürgerlichen Gesellschaft in der Krise. Eine beständige Gemeinsamkeit zwischen Marx und Nietzsche ist ihre Verpflichtung der Dialektik gegenüber. Dies ist am offensichtlichsten angesichts ihrer geteilten Verwendung des Verbs aufheben. Das heißt, dass Nietzsches Projekt offen für einen hegelschen/marxschen Rahmen ist ― trotz Nietzsches eigenem inneren Widerstand gegen einen solchen Rahmen (in fortgeschrittenem Alter, als Nietzsche sein Erstlingswerk Die Geburt der Tragödie reflektierte, betrachtete er sein Beharren auf der Dialektik als Jugendsünde).3 Nietzsche ist näher an der dialektischen Tradition, als seine heideggerianische Rezeption im 20. Jahrhundert vermuten lassen würde. Tatsächlich sollte Nietzsche als der letzte Hegelianer verstanden werden. Die Einigkeit in der Absicht zwischen Marx und Nietzsche besteht darin, dass ihr gemeinsames Projekt sowohl eine Fortsetzung als auch ein Bruch mit ihren hegelschen Wurzeln ist. Nietzsche, genauso wie Marx, wird als Ausdruck und Wortführer eines pathologisch–symptomatischen und ungesunden Zeitalters gebrandmarkt. Wie Chris Cutrone schreibt, bezeichnete Nietzsche die modernen Verhältnisse als „eine Krankheit, das unterliegt keinem Zweifel, aber eine Krankheit, wie die Schwangerschaft eine Krankheit ist“. Nach neun schmerzhaften Monaten resultiert neues Leben aus der Schwangerschaft. Nur aufgrund des Opfers der Mutter, die Krankheit zu ertragen und nicht den Abbruch der Schwangerschaft anzustreben, kann das Kind geboren werden. Schwangerschaft ist ein Problem des Potentials. Schwangerschaft ist nur insoweit eine Krankheit, als ihr Verlauf noch nicht vollendet ist. Sobald das Kind geboren ist, wird die Schwangerschaft lohnenswert gemacht.4

In demselben Sinne, so fährt Cutrone fort, ist der Kapitalismus ein Problem des Potentials. Wir leiden unter dem unerfüllten Potential des Kapitals. Der Kapitalismus ist keine zu heilende Krankheit. Er ist nicht auszumerzen. Vielmehr muss der Kapitalismus, wie eine Schwangerschaft, erfolgreich durchgemacht werden, um neues Leben hervorzubringen. Der Sozialismus sucht den Kapitalismus heim wie ein „Gespenst“, wie das tretende Kind im Mutterleib. Aber die Versuche, den Sozialismus zu gebären, erlitten eine Fehlgeburt oder wurden zuvor abgetrieben. Karl Marx nannte die Revolution den „Geburtshelfer jeder alten Gesellschaft, die mit einer neuen Schwanger geht“.5 Die sozialistische Revolution würde den Sozialismus ermöglichen, aber sie würde keinen vorgefertigten Sozialismus gebären. Ein Säugling, besonders ein ungeborener, ist nicht reif genug, um selbstständig zu überleben. Die Geschichte ist voll von sozialistischen Revolutionen, die zur Welt gebracht wurden, aber nicht lebensfähig waren. Vielleicht ist der Sozialismus bloß ein „Fiebertraum“, der chronisch wiederkehrt, aber stets mit der Zeit vergeht. Bisher waren Sozialisten allzu kränklich, um erfolgreich eine neue Gesellschaft gebären zu können. Sie missverstanden den Kapitalismus als eine zu heilende Krankheit und nicht als das, was er eigentlich war: Ein Symptom des Entstehungsprozesses von potentiell neuem Leben. Bisher hat niemand die Schwangerschaft unterstützt. Das würde bedeuten, die Symptome anhand ihrer Vollendung zu verstehen und nicht zu versuchen, sie zu beenden oder abzubrechen.6

Nietzsche wagte zu fragen: „Gibt es vielleicht – eine Frage für Irrenärzte – Neurosen der Gesundheit?“7 Welche Symptome in dieser Gesellschaft weisen über sich hinaus? Hegel folgend, sollte die Moderne aus der Sicht Marx’ wie Nietzsches nicht als „Ende der Geschichte“ verherrlicht werden. Vielmehr verlangt die Moderne, zu einer Übergangsphase gemacht zu werden. Nietzsche und Marx betonen im Gegensatz zu Hegel eher die zukünftige als die vergangene Geschichte – zum Beispiel sehnte sich Nietzsche nicht nach einem idyllischen hellenischen Zeitalter. Als scharfsinniger Psychologe hat Nietzsche Einsichten in das Leben eines Subjekts, das unter Bedingungen der bürgerlichen Gesellschaft im Zerfall lebt, die so lange relevant bleiben, wie wir vor der Herausforderung stehen, den dekadenten Zustand, in dem wir leben, zu überwinden.

Nietzsche nach seinem Tod

Nach seinem Niedergang in den Wahnsinn und frühzeitigen Tod fand Nietzsche Fans und Kritiker in der Linken auf der ganzen Welt. In einer Umfrage für Arbeiter-Bibliotheken in Leipzig von 1897 wurde berichtet, dass Nietzsches Schriften viel häufiger ausgeliehen worden waren als jene von Marx, Lassalle und Bebel.8 Das äußerst unbeständige politische Bewusstsein des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts machte von Nietzsche mit zunehmend widersprüchlichen Absichten Gebrauch. Diese mannigfaltigen Instrumentalisierungen von Nietzsche symbolisieren rückblickend die fortlaufende Krise des Marxismus. Franz Mehring konnte Nietzsche unmissverständlich als Sprachrohr der kapitalistischen Reaktion verdammen, der den Weg zu einem versöhnlerischen und parlamentarischen Kurs der Pseudo-Aktion anstatt des revolutionären Handelns weise, während andere Mitglieder der SPD sich fühlen konnten, als ob sie und Nietzsche verwandte Freigeister seien, „Außenseiter“ in vollkommenem Widerspruch zur etablierten Ordnung. Während des Revisionismusstreits wurden die Anstrengungen intensiviert, Marx und Nietzsche zu synthetisieren, insbesondere als Links-Nietzscheaner immer weiter nach rechts abdrifteten. Ein Kritiker in der SPD argumentierte, dass man mit Nietzsche rechnen müsse; er sei zu internalisieren und gleichzeitig zu überwinden.9 Naturgemäß eröffnete dieser Kurs viele Wege. Clara Zetkin zum Beispiel behandelte den Nietzscheanismus als eine lediglich episodische Faszination, die in einer romantischen Phase der eigenen politisch-intellektuellen Entwicklung recht nützlich sei. Andere, wie Victor Adler in Österreich, gaben der Sozialdemokratie dionysische Impulse, um im aufstrebenden Proletariat ein Bewusstsein seiner Macht wachzurufen. J. Karmeluks Die proletarische Bergpredigt: ein Intermezzo aus der Umwertung aller Werte von 1904 schuf aus nietzscheanischen Motiven ein sozialistisches Evangelium, um das Paradies auf Erden herbeizuführen. Der vorrevolutionäre russische Marxismus zog den größten Nutzen aus Nietzsche im frühen 20. Jahrhundert, zu häufig in Form einer positiven Aneignung nietzscheanischer Aussagen als gebrauchsfertige Werte für eine sozialistische Utopie. Trotzkis berühmte kritische Lobrede auf Nietzsche ragt als Lichtblick in einem Meer reaktionärer Finsternis in der russischen Philosophie heraus. Lunacharski, Wolski, Bogdanow und Basarow fanden im bekennenden Antichristen Unterstützung für ihre eigenen Revisionen des Marxismus, indem sie Nietzsche konservativ in einen individualistischen proletarischen Helden verwandelten, der an seine Verwendung bei Mussolini erinnert, oder in den autoritär-immoralistischen Anführer der zukünftigen Kommune, in der jegliche Individualität unterdrückt werden soll. Bekanntlich erntete diese Bewegung den verdienten Spott Lenins, was dazu führte, dass Nietzsche nach 1917 auf unbestimmte Zeit aus dem russischen Marxismus verschwand.

Die folgenden beiden Jahrzehnte in der existentialistischen Hölle schmachtend, litt die Rezeption Nietzsches unter der Last der heideggerianischen Abscheu vor der Moderne. Der Existentialismus ist klar durch seine Stellung im Sog des weltweiten Scheiterns der Revolution gekennzeichnet. Freiheit wird zu einer ontologisch gegebenen Bürde, die Übelkeit verursacht und bereut wird, anstatt als eine beängstigende, aber dringende gesellschaftliche Aufgabe verstanden zu werden. Freiheit wird sowohl theoretisch als auch praktisch als individuelle Angelegenheit ausgegeben. Die Existentialisten ergreifen Partei innerhalb einer Antinomie zwischen individuellem Voluntarismus und deterministischem Ökonomismus (den sie dem Marxismus zuschreiben) ― eine Antinomie, die der Marxismus selbst bereits überwunden hatte. Sogar die den Marxisten freundlich Gesinnten wie Sartre gestanden die Resignation ihres Rückzugs vom Marxismus als einem politischen Projekt ein. Im apolitischen Nietzsche suchten sie einen Zufluchtsort für bloß kontemplatives Denken, aber diese schopenhauerianische Übelkeit angesichts des Lebens und der Lähmung des Handelns hatte Nietzsche bereits 1872 getadelt.10

Nietzsche und die Frankfurter Schule

Die Mitglieder der Frankfurt Schule, welche durch eine faschistische Bewegung, die behauptete, eine Rasse von Übermenschen zu erschaffen, aus der Heimat von Marx und Nietzsche ausgebürgert wurden, stellten die kontraintuitive Frage, was das nietzscheanische Korrektiv für eine Welt nach 1917 wäre. Nietzsche erwies sich sowohl als eine Provokation als auch als unverzichtbare Bereicherung für eine Neubesinnung und Wiederbelebung des Marxismus aus sich selbst heraus. Für die Frankfurter Schule erlangte Nietzsche eine erneute Relevanz als kritische Stimme gegen die Vulgarisierung des Marxismus. Seit dem Bruch zwischen Rechts- und Links-Hegelianismus existierte eine von Marx erkannte Spannung zwischen der Affirmation der Geschichte und dem Kampf um die Geschichte. Nietzsche wies darauf hin, dass die für das Ende des 19. Jahrhunderts charakteristische ungebeugte „Heiterkeit“ in Wirklichkeit ein Anzeichen von Selbstauflösung und Schwäche war:

Könnte vielleicht, allen „modernen Ideen“ und Vorurteilen des demokratischen Geschmacks zum Trotz, der Sieg des Optimismus, die vorherrschend gewordene Vernünftigkeit, der praktische und theoretische Utilitarismus […] ein Symptom der absinkenden Kraft, des nahenden Alters der physiologischen Ermüdung sein? Und gerade nicht ― der Pessimismus? War Epikur ein Optimist ― gerade als Leidender?11

Nietzsche wird als Philosoph verunglimpft, der zu streng am Widerspruch festhält, aber gerade darin steht er in einem äußerst hilfreichen Kontrast zu jenem vulgären Marxismus, der über den Widerspruch hinwegsieht und die dialektische Realität verflacht. Während des Revisionismusstreits erlag der Marxismus der hegelianischen Spaltung durch seinen Glauben und sein Vertrauen in den stetigen Fortschritt, seine Affirmation der Geschichte und den Glauben, seine Institutionen wären immer auf seiner Seite. Der von Grund auf im Sinne des alten, von Nietzsche verabscheuten liberalen Progressivismus revidierte Marxismus brauchte ein nietzscheanisches Korrektiv:

Nietzsche verspottete bereits 1873 die „Hegelsche […] Anbetung des Wirklichen als des Vernünftigen“, die er zudem als „Vergötterung des Erfolges“ geißelte. Er beschuldigte Hegel, „eine Formel für die Vergötterung der Alltäglichkeit“ erfunden zu haben, um sich „bei dem Bildungsphilister“ einzuschmeicheln, der „vor allem […] sich allein als wirklich begreift und seine Wirklichkeit als das Maß der Vernunft in der Welt behandelt.“ Laut Nietzsche hält David Strauß in seinen „Rückenkrümmungen vor den deutschen Zuständen“ Hegel die Treue. Im darauffolgenden Jahr beschuldigte Nietzsche Hegel, „in die von ihm durchsäuerten Generationen jene Bewunderung vor der ‚Macht der Geschichte‘ gepflanzt“ zu haben, „die praktisch alle Augenblicke in nackte Bewunderung des Erfolges umschlägt und zum Götzendienste des Tatsächlichen führt.“ 12

Der Höhepunkt der hegelianischen Philosophie war für Nietzsche erreicht, als er erkannte, dass seine hegelianischen Zeitgenossen dekadente Verteidiger des Status quo waren, dass ihr Philosophieren kaum ihre Zeit in Gedanken zu erfassen vermochte und dass Nietzsche diagnostizieren musste, woran sein Zeitalter krankte, um darüber hinaus gehen zu können. Nietzsche ist das Gegengift für den erkrankten, selbstzufriedenen bürgerlichen „letzten Menschen“ – eine kritische Perspektive, die Walter Benjamin und Theodor Adorno für überaus wesensverwandt mit dem Marxismus hielten. Marx erläuterte die bürgerliche Erkenntnis, dass „die ganze Geschichte nur eine fortgesetzte Umwandlung der menschlichen Natur ist“.13 Nietzsche widersprach dem nicht:

Alle Philosophen haben den gemeinsamen Fehler an sich, dass sie vom gegenwärtigen Menschen ausgehen und durch eine Analyse desselben ans Ziel zu kommen meinen. Unwillkürlich schwebt ihnen „der Mensch“ als eine aeterna veritas, als ein Gleichbleibendes in allem Strudel, als ein sicheres Maß der Dinge vor. Alles, was der Philosoph über den Menschen aussagt, ist aber im Grunde nicht mehr als ein Zeugnis über den Menschen eines sehr beschränkten Zeitraumes. Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen.14

Wie Preuss sagte:

Geschichte ist das Protokoll [unserer] Selbst-Erzeugung: Sie ist die Tätigkeit eines historischen Wesens, das die Vergangenheit für die Gegenwart wiedergewinnt, um die Zukunft zu antizipieren. Bei einer vollständigen Abwesenheit dieser Tätigkeit würde der Mensch hinter seiner Menschlichkeit zurückbleiben: Geschichte ist notwendig.15

Aber was, wenn Historismus die Macht ergreift? Was, wenn Geschichte zum Sammeln von Fakten verkommt, die „bleiben sollen, wie sie vorgefunden wurden“, anstatt lebensbejahend und lebenserschaffend zu sein? Nietzsche argumentierte, dass dieser gefährliche und tödliche Fehltritt geschehen sei und überwunden werden müsse. Man muss mit seiner gegebenen Geschichte brechen, um zu leben und eine Zukunft zu haben. Geschichte ist nicht passiv und unbeteiligt, sondern eine Aufgabe fürs Leben.

Im Gegensatz dazu fühlte sich Günther Anders, auf eine affirmative Lesart des Begriffs amor fati hereinfallend, 1942 wohl dabei zu sagen:

Nietzsche hat keine positive Veränderung der Welt dargestellt, sondern eine Gleichschaltung mit der Welt, wie sie ist. […] Vielleicht kann man mit Marx Nietzsche, aber nicht umgekehrt, deuten. Nietzsche ist kein Revolutionär, der eine Veränderung der Welt wollte, sondern er hat nur ein Bild aufgestellt, er tut nichts für sein Ziel. 16

Entgegen dieser vorschnellen Ablehnung nutzte Adorno, Benjamin folgend, Nietzsches kritisches Verständnis der Geschichte für eine marxistisch-kritische Theorie der „Geschichtsphilosophie“, um den marxistischen Begriff der Regression wiedereinzuführen. Für Nietzsche ist die Gegenwart der Ausgangspunkt für eine Kritik und Wiederaneignung der Vergangenheit. Benjamin fügt die Wendung hinzu, dass die Vergangenheit tatsächlich über die Gegenwart urteilt und dass wir unter eine höhere Schwelle zurückgefallen sind, die schon vor langer Zeit erreicht worden war. Wenn die Geschichte dem Leben dienen soll, welche Notwendigkeit mag unsere Geschichte zu bewältigen versäumen? Steht unsere Geschichte im Verhältnis zu einer früheren Epoche? Adorno sagte:

Als Voraussetzung der Diskussion müssen wir dem Nietzsche vorgeben, dass seine ganze Diskussion im Bereich der Ideologie spielt. Wir sollten uns dessen versichern, was bei ihm an realen Motiven unter den ideologischen Motiven steckt. Ich meine es in dem Sinn, dass Nietzsches Kulturkritik trotz seiner Kategorien gewisse Aspekte der gesellschaftlichen Problematik bezeichnet hat, die nicht ohne weiteres durch die Kritik der politischen Ökonomie gegeben sind. Er hat gewisse kritische Intentionen weitergetrieben, als sie in der nachmarxistischen Tradition entfaltet worden sind. Wir hätten Nietzsche zu dechiffrieren und zu sehen, was an tragenden Erfahrungen dahinter ist. Ich glaube, dass man dann zu Dingen kommt, die nicht so abgelöst von dem Interesse der meisten Menschen sind. […] Hier liegt aber genau das Motiv, das uns mit Nietzsche verbindet. Nietzsche [designiert] die Dinge […], die in Wirklichkeit Ideologie sind. Man kann bei Nietzsche die Elemente bezeichnen, wo seine Theorie wahr ist. Er hat gesehen, dass nicht nur die Demokratie, sondern auch der Sozialismus eine Ideologie geworden ist. Man muss den Sozialismus so formulieren, dass er seinen ideologischen Charakter verliert. Nietzsche ist in gewissen kritischen Dingen weitergegangen als Marx […].17

Wie können wir Nietzsche mit Marx verstehen?

Horkheimer bekräftigte Adorno, indem er sagte, dass „der Ausdruck, den bestimmte Strukturen bei Nietzsche annehmen, nicht ein bloßer Reflex ist, sondern dass er etwas Notwendiges darstellt“.18 Nietzsche wird häufig auf eine einzige Struktur reduziert – seinen Angriff auf die christliche Religion –, doch selbst diese Reduktion zeigt seine Relevanz und seine Verortung als ein Symptom des Kapitals. Im Lichte der folgenden historischen Präzisierung durch Engels sollte die Aktualität von Nietzsches immanenter Kritik des Christentums für eine Gesellschaft, in der die Herrschaft des Kapitals zerfällt, offensichtlich sein: „Für eine Gesellschaft, worin die Warenproduktion vorherrscht, [ist] das Christentum, speziell der Protestantismus, die passende Religion.“19 Nachdem er den Tod Gottes verkündet hatte, fragte Nietzsche: „Müssen wir nicht selber zu Göttern werden, um nur ihrer würdig zu erscheinen?“20 Dies ruft Marx’ Bestreben in Erinnerung, Entfremdung abzuschaffen, um uns alle zu selbstbestimmten Akteuren zu machen, die fähig sind, ihre eigenen Werte zu schaffen. Die Welt durch die hegelsche Philosophie zu verändern, würde bedeuten, die Menschen in der Realität zu jenen Göttern zu machen, zu denen Hegel sie im Denken machte.

Nietzsche am Scheideweg

Die Frage ist: Brauchen wir immer noch Nietzsche, um einem naiven Glauben an beständigen und nicht widersprüchlichen Fortschritt den Wind aus den Segeln zu nehmen? Die Geschichte des 20. Jahrhunderts gibt keine Hinweise auf das Gegenteil. Uns wird andauernd gesagt, dass „der Kampf weitergeht“. Alle Denker, die nützlich sein könnten, wurden außer Reichweite gedrängt. Der lange Marsch durch die Institutionen der Neuen Linken hat eine Spur der scholastischen Verwüstung in jeder Fakultät der westlichen Welt hinterlassen; niemand lehrt aus der Perspektive, an der die Besten der Linken einst kritisch festhielten. Die Linke (marxistische und andere Strömungen gemeinsam) hat Nietzsche gehässig jedem feilgeboten, der nach ihm gegriffen hat und damit freiwillig jedem beliebigem Trend von der Postmoderne bis zum Protofaschismus das Feld überlassen: Selbstgefällig lässt die Linke die folgende unlängst vom Jacobin Magazine vorgebrachte Behauptung stehen: „[Das Werk Nietzsches] gehört seinem Wesen nach zur Rechten.“21 Es scheint, als würde jeden Monat ein neuer Leser etwas „Problematisches“ in Nietzsche entdecken, in der Annahme, es sei das erste Mal. Im Jahr von Nietzsches 175. Geburtstag ist mit „neuen“ (immergleichen) Diffamierungskampagnen vonseiten der Linken zu rechnen. Linke werden wieder versuchen, Nietzsches „rechtsextreme Ansichten“ in einem „deutschnationalen Antisemitismus“ zu verorten, was offenkundig lächerlich ist und vor langer Zeit widerlegt wurde. Oder vielleicht werden sie sich am „aristokratisch-elitären Größenwahnsinnigen“ abarbeiten. Der wirkliche Nietzsche starb und bleibt tot, und die Linke hat ihn getötet. Jeder kritische Ansatzpunkt, den er für unseren Moment darstellen könnte, blutet weiter unter unseren Messern.

Es ist äußerst relevant, wie die Linke heutzutage beständig über Nietzsches vernichtende Bemerkungen über den Sozialismus stolpert.22 Hier muss besonders die Resonanz von Nietzsches Kritik des Sozialismus mit jener von Marx hervorgehoben werden. Beide haben ihren Ursprung in demselben Unbehagen an dem bürgerlichen Projekt der Freiheit. Wie versöhnt man paradoxerweise Nietzsches abfällige Kommentare über den Sozialismus mit der marxistischen Schlussfolgerung, dass der Sozialismus mit seiner emanzipatorischen Absicht eindeutig auf eine von Nietzsches zentralen Befürchtungen eingeht – eine dekadente Gesellschaft, die ungesunden Werten verpflichtet ist? Bekanntlich schrieb Nietzsche dem „Socialisten-Gesindel“23 und den „Aposteln der Rache“ 24 eine Politik des Ressentiments und einen „Entrüstungspessimismus“25 zu. Dieser Sozialismus, den Nietzsche vor Augen hatte, konnte Marx natürlich nicht entgehen und tat das auch nicht. Marx gilt fälschlicherweise als Begründer der sozialistischen Bewegung; vielmehr hatte er es aber mit einer bereits existierenden Bewegung zu tun, die im Prozess ihrer Selbstfindung feststeckte und unter heftigen Schmerzen und Geburtswehen litt. In Wirklichkeit war Marx der strengste und notwendigste Kritiker des Sozialismus. Nietzsche ist als Kritiker des Sozialismus bekannt und das gleiche sollte für Marx gelten. Der berühmteste Sozialist, den Nietzsche kritisierte, war Eugen Dühring; Marx und Engels veröffentlichten zwei bedeutende Werke, die Dühring kritisierten. Marx schrieb 1843 in einem Brief, dass

der Kommunismus eine dogmatische Abstraktion [ist], wobei ich aber nicht irgendeinen eingebildeten und möglichen, sondern den wirklich existierenden Kommunismus […] im Sinn habe. Dieser Kommunismus ist selbst nur eine […] von seinem Gegensatz, dem Privatwesen, infizierte Erscheinung […].26

Weder zufällig noch aus Bosheit nennt Marx den Kommunismus „tierisch“, „roh“, „gedankenlos“, von „Habsucht“ und „Neid“ verzehrt sowie von „Nivellierungssucht“ besessen – eine „Nivellierung von dem vorgestellten Minimum aus“.27 Alles sehr nietzscheanisch! Die säkularen Sozialisten waren in vielerlei Hinsicht rückschrittlicher als die Christen, soweit sie hofften, gesellschaftliche Verhältnisse zu bewahren und zu verewigen, von denen die Christen bereits lange gehofft hatten, sie untergraben und überwinden zu können. Auch Marx verachtete jene viel gepriesene Gleichheit des Sozialismus, die erst erreicht sei, wenn wir alle gleich tief in den Schmutz sinken. Das Unbehagen im Kapitalismus kann nicht anders, als die Pathologie dieser Gesellschaft zu reproduzieren. Marx hoffte, dass die Bewegung für den Sozialismus aufrichtig damit umgehen könne, dass sie eine aus Ressentiment hervorgegangene, einseitige Negation ist, um sich ihrer Ziele und Methoden im Streben nach Aufhebung bewusst zu werden. Dafür war es notwendig, dass Marx’ kritische Perspektive verinnerlicht wird:

Ist die Konstruktion der Zukunft und das Fertigwerden für alle Zeiten nicht unsere Sache, so ist desto gewisser, was wir gegenwärtig zu vollbringen haben, ich meine die rücksichtslose Kritik alles Bestehenden, rücksichtslos sowohl in dem Sinne, dass die Kritik sich nicht vor ihren Resultaten fürchtet und ebenso wenig vor dem Konflikte mit den vorhandenen Mächten.28

Gleichermaßen hoffte Nietzsche, dass die „Herde ohne Hirte“ mit dem Hammer philosophieren und nicht mit sich selbst zufrieden sein würde, sondern sich selbst neu bewerten und stets nach ihrer Selbstüberwindung streben würde, um mehr als die Bestien zu sein, die sie zuvor gewesen waren, und mehr als die bloßen Menschen, die sie im Augenblick waren:

Die Menschheit stellt nicht eine Entwicklung zum Besseren oder Stärkeren oder Höheren dar, in der Weise, wie dies heute geglaubt wird. Der „Fortschritt“ ist bloß eine moderne Idee, das heißt eine falsche Idee. Der Europäer von Heute bleibt in seinem Werte tief unter dem Europäer der Renaissance; Fortentwicklung ist schlechterdings nicht mit irgendwelcher Notwendigkeit Erhöhung, Steigerung, Verstärkung. 29

Herbert Marcuse bemerkte einmal: „Wenn Marx Recht hat, hat Nietzsche Unrecht.“30 Aber was, wenn Nietzsche so lange Recht behält, bis Marx Recht hat? Der Unterschied liegt zwischen dem, was Nietzsche den „Optimisten von 1830“ und den „Pessimisten von 1850“ nannte. Während Marx weiter darauf beharrte, dass die fortdauernde Bewegung der Freiheit immer neue Höhen erklimmen würde, bereitete uns Nietzsche auf ein Leben des Verfalls vor, das im letzten Menschen seinen Höhepunkt erreicht. Dass Nietzsche seine dialektische Ausdrucksweise als Relikt seiner unreifen intellektuellen Unschuld verstand, erhält eine größere Tragweite, wenn man in Betracht zieht, wie die Dialektik das Denken einer ganzen Gesellschaft in der Phase ihrer hoffnungsvollen Jugend (Rousseau, Kant, Hegel et al.) prägte, während die von der Preisgabe der Dialektik geprägte Gesellschaft, in ihrer Senilität und ihrem hohen Alter ins Wanken geraten, danach verlangt, eingeschläfert zu werden.

Man könnte den Kapitalismus einfach als die scheußliche Endstation auf einem langen Weg des sinnlosen Leidens behandeln und folglich in Nihilismus verfallen, aber damit wären weder Marx noch Nietzsche zufrieden. Sie stellen uns vor die Aufgabe, unserem Leiden einen Sinn zu geben – demselben Leiden, das in Wirklichkeit wir selbst erzeugt haben und jeden Tag aufs Neue erzeugen. Der Wahnsinnige von Sils Maria leidet sicherlich daran, dass die Begriffe der politischen Ökonomie für ihn außer Reichweite sind und lässt uns deshalb hinsichtlich der Feinheiten des politischen Kampfes um die Überwindung unseres außer Kontrolle geratenen Zustands der Unfreiheit unentschlossen zurück. Dennoch bleibt Nietzsche diesseits der Emanzipation vom Kapital relevant, da er wichtige Antinomien des bürgerlichen Denkens, bestimmte notwendige Erscheinungen der Krise, in die die Gesellschaft blind gestolpert ist, ans Licht bringt. Er ist es, der zu Gericht sitzt und darauf wartet, dass wir dem Leben dienen, indem wir unseren entwürdigten Zustand überwinden. Der Preis, den wir dafür zahlen, Nietzsche unter der Verleumdung durch die gegenwärtige „Linke“ begraben zu lassen, ist die Aufkündigung der Möglichkeit, eine kritische Linke zu erschaffen, die der Aufgabe gewachsen ist, die Welt zu verändern.31 |P

Ethan Linehan ist Mitglied der Platypus Affiliated Society. Sein Text erschien ursprünglich in der englischsprachigen Platypus Review #122, Dezember 2019–Januar 2020. Er wurde von Tobias Rochlitz ins Deutsche übersetzt.

1     Spencer Leonard: „Adam Smith, Revolutionary”, [englischsprachige] Platypus Review, Nr. 61 (November 2013). Online abrufbar unter: https://platypus1917.org/2013/11/01/adam-smith-revolutionary/.

2     Peter Preuss: „Introduction to Friedrich Nietzsche“, in: On the Advantage and Disadvantage of History for Life, Indianapolis1980, 1. [Originalzitat in Englischer Sprache]

3     Friedrich Nietzsche: „Versuch einer Selbstkritik“, in: Jenseits von Gut und Böse. Die Geburt der Tragödie, Hamburg 2013 [1886], S. 235–250.

4     Chris Cutrone: „The future of socialism: What kind of illness is capitalism?”, [englischsprachige] Platypus Review, Nr. 105 (April 2018). Online abrufbar unter: https://platypus1917.org/2018/04/01/the-future-of-socialism-what-kind-of-illness-is-capitalism/.

5     Karl Marx: „Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Band 1“, in: Karl Marx/Friedrich Engels – Werke (Bd. 23), Hrsg. Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED, Berlin 1962, S. 779.

6     Ebd.

7     Nietzsche: „Versuch einer Selbstkritik“.

8     August Pfannkuche: Was liest der deutsche Arbeiter? Aufgrund einer Enquete beantwortet. Tübingen 1900.

9     Eine Variante dieses Arguments findet sich in Samuel Lublinski: „Nietzsche und der Sozialismus“, Europa: Wochenschrift für Kultur und Politik 1, Nr. 22 (Juni 1905).

10   Siehe Friedrich Nietzsche: Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik, Hamburg 2017.

11   Nietzsche: „Versuch einer Selbstkritik“.

12   Friedrich Nietzsche: Unzeitgemäße Betrachtungen, Frankfurt a.M. 1981. Online abrufbar unter: http://www.zeno.org/Philosophie/M/Nietzsche,+Friedrich/Unzeitgemäße+Betrachtungen.

13   Karl Marx: „Das Elend der Philosophie“, in: Karl Marx/Friedrich Engels – Werke (Bd. 4), Hrsg. Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED, Berlin 1972, S. 160. Online abrufbar unter: http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_063.htm.

14   Friedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, Köln 2004 [1878]. [Orthographie angepasst gemäß der neuen Rechtschreibung]

15   Preuss: „Introduction to Friedrich Nietzsche.“ [Originalzitat in englischer Sprache]

16   Theodor Adorno, Günter Anders, Max Horkheimer, Herbert Marcuse, Ludwig Marcuse und Friedrich Pollock: „Zu einem Referat Ludwig Marcuses über das Verhältnis von Bedürfnis und Kultur bei Nietzsche“, in: Max Horkheimer Gesammelte Schriften (Bd. 12), Hrsg. Alfred Schmidt, Frankfurt a. M. 1985, S. 565–568.

17   Ebd., S. 566–568. [Orthographie angepasst gemäß der neuen Rechtschreibung]

18   Ebd., S. 567. [Orthographie angepasst gemäß der neuen Rechtschreibung]

19   Friedrich Engels: „Konspekt über ‚Das Kapital‘ von Karl Marx. Erster Band“, in: Karl Marx/Friedrich Engels – Werke (Bd. 16), Hrsg. Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED, Berlin 1975, S. 247.

20   Friedrich Nitzsche: Die fröhliche Wissenschaft. Leipzig 1887.

21   Erik Baker: „Why the Alt-Right Loves Nietzsche“, Jacobin Magazine (Februar 2019). Online abrufbar unter: https://jacobinmag.com/2019/01/neitzsche-heidegger-ronald-beiner-far-right. [Originalzitat in englischer Sprache]

22   Vgl. das Jacobin Magazine: https://www.jacobinmag.com/search?query=Nietzsche.

23   Friedrich Nietzsche: Der Antichrist. Versuch einer Kritik des Christentums. Hamburg 2008 [1894].

24   Friedrich Nietzsche: Der Wille zur Macht. Versuch einer Umwertung aller Werte, Stuttgart 1996.

25   Ebd.

26   Karl Marx: „Brief an Arnold Ruge“, in: Karl Marx/Friedrich Engels – Werke (Bd. 1), Hrsg. Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED, Berlin 1976, S. 344. Online abrufbar unter: http://www.mlwerke.de/me/me01/me01_337.htm. [Orthographie angepasst gemäß der neuen Rechtschreibung]

27   Karl Marx, Friedrich Engels: „Ökonomisch-philosophische Manuskripte“, in: Karl Marx/Friedrich Engels – Werke (Bd. 40), Hrsg. Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED, Berlin 1968, S. 535–536.

28   Marx: „Brief an Arnold Ruge“, S. 344.

29   Nietzsche: Der Antichrist. Versuch einer Kritik des Christentums. [Orthographie angepasst gemäß der neuen Rechtschreibung]

30   Adorno et al.: „Zu einem Referat Ludwig Marcuses über das Verhältnis von Bedürfnis und Kultur bei Nietzsche“, S. 567.

31   Siehe hierzu auch Sunit Singh: „Nietzsche’s untimeliness“, [englischsprachige] Platypus Review, Nr. 61 (November 2013). Online abrufbar unter: https://platypus1917.org/2013/11/01/nietzsches-untimeliness/.

 

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