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Hans-JĂŒrgen Krahl gilt heute neben Rudi Dutschke als zweiter Kopf des SDS, als der intellektuelle Kopf der Studentenbewegung, als marxistischer Robespierre von Frankfurt Bockenheim und als der QuĂ€lgeist Theodor W. Adornos. Krahls Marxismus, der sich allen voran in posthumer Niederschrift mĂŒndlicher Aussagen nachvollziehen lĂ€sst, behandelt weitgehend die Aktionen der Studentenbewegung und hat in einem sehr strikten Sinne seine Grenzen an den Themen seiner Zeit, die sich in gegebener KĂŒrze nur reduziert und in eklektischer Auswahl vorstellen lassen.

Die Antideutschen sind gescheitert, erfĂ€hrt man in der vergangenen Ausgabe der Platypus Review. Einem Befund, dem man gemessen am eigenen Anspruch der Antideutschen, das Abbruchsunternehmen der Linken zu sein, nicht groß widersprechen kann.

Wolf Wetzel war Mitglied der ehemaligen autonomen L.U.P.U.S.-Gruppe, welche unter anderem durch die Startbahnbewegung 1980-1991, die Anti-AKW-Bewegung, die HÀuserkampfbewegung und die LibertÀren Tage in Frankfurt a. M. 1986 geprÀgt war. Er ist seit 1991 journalistisch und publizistisch tÀtig. Zuletzt erschien 2015 sein Buch Der Rechtsstaat im Untergrund: Big Brother, der NSU-Komplex und notwendige IlloyalitÀt im PapyRossa Verlag.

Dr. Thomas Wendt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut fĂŒr Philosophie an der UniversitĂ€t Leipzig. Seine Interessensschwerpunkte sind Politische Philosophie und Gesellschaftstheorie. Aktuell forscht er zur historischen Tradition und Systematik der Bewusstseinstheorie und entwickelt daraus ein PhilosophieverstĂ€ndnis des „eingreifenden Denkens“.
Die Antideutschen schienen vielversprechend, da sie offenbar in immer fundamentalere Differenz zur Restlinken gerieten und (u.a. durch ihre Wiederentdeckung der Frankfurter Schule) den Anschein gaben, als wĂ€ren sie die benötigte kritische Kraft, um den historischen Moment zu nutzen und die Neuausrichtung und Rekonstitution der revolutionĂ€ren Linken anzustoßen. Dies ist aber nicht geschehen. Der Moment potenzieller linker Selbstbesinnung ist ungenutzt verstrichen und anstatt sich aus den vereinseitigenden Spaltungen der vorherigen Linken herauszuarbeiten, haben die Antideutschen die Fragestellung, was die Linke ist und wie sie aus ihrer Krise herauskommt, nur weiter verdunkelt.