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1917 - 2017: 100 Jahre Oktoberrevolution

Sprecher: 

Frank Ruda (Philosoph, Frankfurt/Berlin)
Rafael Rehm (Der Funke)
Anton Stortchilov (Historiker, Die LINKE)
Lars Quadfasel (Hamburger Studienbibliothek)

 

Im 20.Jahrhundert tauchte immer wieder die Erinnerung an 1917 auf. Ob die Volksfront der 30er, die Kommunistische Revolution in China 1949 oder die Neue Linke der 60er, die Linke hat versucht, sich – ob positiv oder negativ – im Verhältnis zu den Zielen und Ergebnissen von 1917 zu  verstehen. Jedoch hat sich seit 1917 das revolutionäre Bewusstsein seiner primären Akteure aufgelöst in verschiedene Oppositionen: 

Stalinismus und Trotzkismus sehen sich gleichermaßen als das legitime Erbe des Bolschewismus; das Prinzip des Liberalismus steht heute in Opposition zum Prinzip des Sozialismus; Libertarismus wird gegen Autoritarismus ausgespielt; der machiavellistische Lenin gegen die Cassandra der Revolution Luxemburg; der revolutionäre Wille der Zwecke, die die Mittel heiligen gegen die prinzipiellen emanzipatorischen Methoden und die  Tugend der praktischen Niederlage. Gleichzeitig wurde die Vergeblichkeit sowohl von Lenins als auch Luxemburgs Politik naturalisiert: Es wird stillschweigend vorausgesetzt, dass weder das, was Lenin noch das, was Luxemburg zu erreichen versuchten, tatsächlich erreichbar war – weder in ihrer Zeit noch in unserer. Die Prämissen der Revolution selbst stehen in Frage: Sind die Formen bürgerlicher Gesellschaft wie Staat, Politik, Arbeit und Kapital überhaupt noch aktuell und damit Widersprüche, die über sich hinausweisen und das Potential ihrer eigenen Überwindung bergen?

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