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Transgender-Aktivistin Leslie Feinberg verkündete in einem politischen Pamphlet von 1992, dass die Zeit für Transgender-Befreiung gekommen sei. Mehr als zwanzig Jahre später beschreiben populäre Medien die zunehmende Sichtbarkeit von transgender-Lebensstilen als ein „Trans-Tipping-Point“ oder auch als „Transmoment“. Doch bei eingehender Betrachtungfällt auf, dass all diese „neuen“ Ideen, die derzeit ins Blickfeld geraten, von Leuchten der Aufklärung bereits zum Ausdruck gebracht wurden – und zwar besser als es jetzt der Fall ist!

Volkmar Sigusch, Jg. 1940, gilt als einer der bedeutendsten Sexualforscher der Welt. Er war von 1973 bis 2006 Direktor des Instituts für Sexualwissenschaft im Klinikum der J. W. Goethe-Universität Frankfurt/M. sowie Professor für Spezielle Soziologie (Soziologie der Sexualität) im dortigen Fachbereich Gesellschaftswissenschaften. 1973 war Sigusch Mitbegründer der International Academy of Sex Research und 1988 der Zeitschrift für Sexualforschung. Sein Buch Ergebnisse zur Sexualmedizin war 1972 das weltweit erste Buch, das „Sexual Medicine“ oder „Sexualmedizin“ im Titel führt. Sein Buch Die Mystifikation des Sexuellen wurde 1992 in die Pariser Encyclopédie philosophique universelle als ein Werk des Jahrhunderts aufgenommen. Über 40 Jahre lang gab Sigusch die Beiträge zur Sexualforschung mit heraus. Bisher verfasste er mehr als 800 wissenschaftliche Arbeiten, darunter 42 Monographien. Seine Werke sind in viele Sprachen übersetzt worden.

Millennials haben keinen Sex, das gilt mittlerweile als gesichert. Neuere Untersuchungen zeigen, dass Millennials Empfindungen abwehren, die durch Liebe und Begehren ausgelöst werden. Sie nennen es abschätzig „sich Gefühle einfangen“.1 Die weit verbreitete Paranoia um Einvernehmlichkeit verstärkt solche Ansichten vermutlich noch weiter. Und da die Opferrolle zum Prüfstein für kritische Einsicht und politische Solidarität geworden ist, werden Frauen dazu ermutigt, sich in ihren Erfahrungen als Opfer zu empfinden. Indes werden verständnisvolle Männer – durch die Last kollektiver Schuld – dazu angehalten, sich mit Tätern gleichzustellen. Das erzeugt Groll gegen all jene, deren Erfahrungen anders sind.

Mit der erfolgreichen Revolte des Dritten Standes schien es, als würde die Menschheit endlich ihren „natürlichen“ Zustand der Aufklärung erreichen, sowohl hinsichtlich der natürlichen Umwelt wie auch der Beziehungen der Menschen untereinander. Scheinbar unbegrenzte Möglichkeiten eröffneten sich, und das dunkle Zeitalter war endlich für beendet erklärt. Im Zuge der Industriellen Revolution des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts entwickelte sich jedoch ein neuer „Widerspruch“ in der bürgerlichen Gesellschaft: der des Werts des Kapitals gegenüber dem Wert der Arbeitskraft. Mit diesem Widerspruch trat auch ein neuer sozialer und politischer Konflikt zutage: der „Klassenkampf“ der Arbeiter für den Wert ihrer Löhne gegen das unbedingte Gebot der Kapitalisten, den Wert des Kapitals zu bewahren und zu vergrößern.
Es ist mitunter die Mobilmachung gegen die technisierte und verwaltende Politik, welche Rechtspopulisten zurzeit bemüht sind, gegen das politische Establishment in Stellung bringen. Zu denken, mit „Establishment“ sei direkt die ökonomisch herrschende Klasse gemeint, ist ein politisches Fehlurteil. Denn im Zentrum steht die Unterscheidung von Politik und einem administrativen Politikapparat. Es handelt sich dabei um jene Unterscheidung, die sich im 20. Jahrhundert von verschiedenen Seiten zur dominantesten Kritikform des Politischen entwickelte.
In den 1980er Jahren verabschiedete sich eine ganze Generation Intellektueller im Zeichen der Postmoderne von jeglicher Utopie. Doch bereits zuvor war die Neue Linke in den 60er und 70er Jahren mit ihrer Rückkehr zu Marx gescheitert. Aus Sicht von Althusser inszenierten die Studenten weltweit 1968 eine „ideologische Revolte“. Sie revolutionierten den kulturellen Überbau, aber nicht die sozialen und politischen Verhältnisse. Er bemerkte damit das Ende der Neuen Linken, die sich dafür entschied, Politik gegen Protest einzutauschen. Das politische Scheitern der Neuen Linken 1968 ebnete sowohl der Post-Moderne als auch dem Post-Marxismus den Weg. Ihre historischen und intellektuellen Ursprünge kreuzen sich.

16.12.18 - Frankfurt am Main

Sprecher: 

Florian (Kritik & Praxis)
Manuel Kellner (ISO)
Lino Leudesdorff (Jusos Frankfurt)

Im Jahr 1918, vier Jahre nach Beginn des ersten Weltkriegs und ein Jahr nach der russischen Revolution, brach die deutsche Revolution aus. Was bedeutet diese Revolution in der Geschichte des Kampfes für den Sozialismus? War sie eine Niederlage oder ein Erfolg? Wie ist sie im Hinblick auf das 19. Jahrhundert einzuordnen und wie hat sie das 20. Jahrhundert geprägt?

Hier findet ihr einen Audiomitschnitt zur Podiumsdiskussion "50 Jahre 68" vom 26.06.2018 in Frankfurt am Main.

Seit einem halben Jahrhundert kennzeichnet 1968 einen Meilenstein sozialer und politischer Umbrüche - ein Jahr sozialer Aufstände, die die ganze Welt umspannten. Eingeleitet von einer Neuen Linken, welche sich von der Alten Linken der 20er und 30er abzugrenzen suchte, legten die Ereignisse von 1968 den Grundstein für alles Folgende: von Protestpolitik bis hin zur akademischen Linken.
Heute, da die Vereinigten Staaten in einem scheinbar endlosen Krieg in Asien verwickelt sind, der Aufruf zur Amtsenthebung eines unbeliebten Präsidenten laut wird, und sich auf den Straßen Aktivisten um Forderungen nach Befreiung hinsichtlich Herkunft, Gender und Sexualität zum Kampf erheben, treten Ansprüche, in denen sich der politische Horizont von 1968 wiederspiegelt, in Erinnerung. Mit möglicherweise nie dagewesener Dringlichkeit müssen wir die Frage stellen: Welche Lehren sind aus der Neuen Linken zu ziehen, wenn eine andere Generation an den Aufbau einer Linken des 21. Jahrhunderts herantreten soll?

Mit:

Jonathan Klein (unter_bau)
Ines Schwerdtner (das Argument, Ada-Magazine)
Klaus Wallenstein (MLPD)

Hier findet ihr einen Audiomitschnitt zur Podiumsdiskussion "Die Wohnraumfrage und die linke" am 11.06.2018 in Frankfurt am Main.

In den letzten Jahren haben sich viele linke Aktivisten und Theoretiker mit der Wohnungsfrage, der damit zusammenhängenden Veränderung der Städte und den steigenden Mieten auseinandergesetzt. Ein Großteil der Aktivität richtet sich gegen Gentrifizierung und versucht bestehende politische Parteien dazu zu bewegen, in Sozialenwohnungsbau zu investieren und die Mietsteigerungen zu bremsen.

Seit Friedrich Engels in den 1840ern die Lebens- und Wohnbedingungen der englischen Arbeiterklasse untersucht hat, haben politische Veränderungen im Kapitalismus zu unterschiedlichen Formen von staatlicher Wohnungspolitik geführt. Dennoch bleibt die Wohnungskrise im Kapitalismus ungelöst.

Wie sind die politischen Kämpfe der Vergangenheit und Gegenwart - für bessere Wohnungen und eine gerechtere Stadtplanung, gegen Neoliberalismus und Gentrifizierung – einzuordnen? Wie könnten sie heute den Kampf für Sozialismus und das Streben nach Freiheit vorantreiben?

Mietentscheid Frankfurt - Andreas Schindel
Exit - Herbert Böttcher
Solidarisches Gallus - Ivo Eichhorn
Interventionistische Linke (IL) - Rolf Engelke

Am 07.12.2017 organisierte Platypus eine Podiumsdiskussion in Frankfurt mit dem Titel „Was ist Sozialismus? Zur internationalen Sozialdemokratie“. Die Podiumssprecher wurden dazu eingeladen, die Geschichte der Sozialdemokratie aus linker Perspektive zu reflektieren: Wie sind Sozialdemokratie und soziale Revolution heute, in Anbetracht der Geschichte, noch verbunden? Wofür steht die Sozialdemokratie politisch? Es wurden eingeladen: Hans-Gerd Öfinger (International Marxist Tendency), André Leisewitz (Zeitschrift Marxistische Erneuerung), Martin Veith (Institut für Syndikalismusforschung), Lukas Schneider (Jusos Frankfurt) und Christoph Spehr (Die LINKE).