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You are here: The Platypus Affiliated Society/Archive for author Salim A

Die Ohnmacht der Linken lĂ€sst sich nachverfolgen bis in die 30er-Jahre, zu den sozialistischen und kommunistischen Massenparteien in Europa im Angesicht des Faschismus. Auf das Wachstum faschistischer Bewegungen antworteten sie mit Panik und Kapitulation, ihre Politik resultierte in ihrer Selbstaufgabe als unabhĂ€ngige politische und soziale Vertretungsorgane des Proletariats. RevolutionĂ€re Parteien verwandelten sich in StĂŒtzen des bĂŒrgerlich-demokratischen Regimes.

Donnerstag, 05. Mai 2022, 19 Uhr im Index, Breite Straße 1

Passend zu unserem Lesekreis des Sommersemesters "Was ist revolutionĂ€rer Marxismus?" wollen wir zusammen mit euch einen Film ĂŒber eine der bedeutendsten Figuren des Marxismus schauen.

"Rosa Luxemburg", erschienen 1986, von der Regisseurin Margarethe von Trotta zeichnet die Biographie der Sozialdemokratin nach und liefert ein anschauliches Panorama der damaligen gesellschaftlichen Situation.

Vor dem Film wird es einen kleinen historischen Input geben.

Kommt vorbei, der Eintritt ist kostenlos!

Ort: Index, Breite Straße 1, 04317 Leipzig

Zeit: 05.05.2022, 19 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr)

Freitag, 29. April 2022, 19 Uhr im Conne Island

Die Veranstaltung lÀsst sich nun auf YouTube nachschauen.

Die Idee einer Befreiung der Geschlechter datiert zurĂŒck vor den Marxismus. Es waren utopische Sozialisten wie Charles Fourier und Mary Wollstonecraft, die formulierten, dass das Versprechen von “Gleichheit, Freiheit und BrĂŒderlichkeit” der bĂŒrgerlichen Revolutionen nur von Bedeutung sei, wenn es alle Menschen betrĂ€fe. Diese Forderung nahm der historische Marxismus des 19. und frĂŒhen 20. Jahrhunderts in der Frage nach der “Befreiung der Frau” auf und versuchte, sie in der proletarischen Weltrevolution umzusetzen. Nachdem der Versuch einer solchen Revolution in den Jahren 1919 bis 1923 als gescheitert galt, schienen Fragen nach Geschlecht von geringer Bedeutung fĂŒr die Überreste marxistischer und sozialistischer Politik.

Es war die Neue Linke, die Fragen nach SexualitĂ€t und Geschlecht erneut aufwarf und als Kritik des Marxismus in Stellung brachten, da dieser die Themen vernachlĂ€ssigt habe. Die “Zweite Welle des Feminismus”, die sich aus dem gescheiterten Projekt der Neuen Linken ergab, war desillusioniert: Eine Befreiung aller Geschlechter wurde gelesen als eine BetĂ€ubung gegen die realen MachtverhĂ€ltnisse eines jahrtausendealten Patriarchats - eine Befreiung der Geschlechter könne nicht bis zu einer imaginierten “Diktatur des Proletariats” vertagt werden. Doch bereits bald darauf zeichneten sich auch innerhalb des Feminismus ideologische und politische Differenzen und Konflikte ab. Der in den 1950ern vom Psychologen John Money eingefĂŒhrte Begriff Gender, der die psychische und soziale Dimension des Geschlechts betont, hielt Einzug in feministische Diskussionen, am prominentesten vielleicht in Judith Butlers “Gender Trouble”.

SpĂ€testens seit diesem Zeitpunkt scheint der Begriff Gender zunehmend politische Bedeutung zu erhalten, auch und vielleicht besonders innerhalb der Linken. Als Begriff scheint er traditionelle Grenzen zwischen den Geschlechtern einzureißen, aber auch neu zu errichten. Und auch fĂŒr die Linke ist Gender ein Zankapfel, ĂŒber dessen korrekte Beurteilung sich Gruppen und Zeitungen spalten.

Ist “Gender” eine Leerstelle des Marxismus, die nur durch neue Formen der Theorie komplettiert werden kann? Welche politische Bedeutung hat der Begriff Gender fĂŒr die Linke heute? Wie steht es um “Gender-Befreiung” mehr als 30 Jahre nachdem sie als politisches Projekt ausgerufen wurde? Was hat die Linke gelernt aus den 200 Jahren Kampf um die Befreiung der Geschlechter? Welche politische Rolle kĂ€me “Gender” in einem Kampf um die Emanzipationen der Geschlechter zu?

Sprecher*Innen:

  • Roswitha Scholz
  • Sara Rukaj
  • Stefan Hain

Eine Veranstaltung von Platypus Leipzig

Die vorgefĂŒhrten Filme sollen einen Rahmen schaffen fĂŒr den zweiten Teil des Lesekreises der Platypus Affiliated Society, „Was ist revolutionĂ€rer Marxismus?“.
Sie beschÀftigen sich mit der historischen Periode des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, eine Zeit des Umbruchs sowohl welthistorisch wie auch in der Geschichte des Marxismus und der Linken.
Es werden die folgenden Filme gemeinsam geschaut und anschließend in einer gelassenen AtmosphĂ€re diskutiert.

Zeit: Dienstags 20:00 Uhr, an den unten zu findenden Daten
Ort: Online via Zoom; Zoom-Meeting: https://us02web.zoom.us/j/88946790256

Die Sitzungen beinhalten immer ca. 2 Stunden Film

FILME

26.04. - Rosa Luxemburg Film.

03.05. - Fall of Eagles Episode #5 "The Last Tsar" und #6 "Absolute Beginners" ĂŒber die UrsprĂŒnge der Bolschewiki.

10.05. - 37 Days Episode #3 "One Long Weekend" ĂŒber den Beginn des 1.WK; und Fall of Eagles Episode #12 "The Secret War" ĂŒber den ersten Weltkrieg und die Russische Revolution.

17.05. - Fall of Eagles Episode #13 "End Game" ĂŒber die deutsche Revolution 1918-19; und Oliver Stones' Untold History of the United States Prequel Episode A. 1900-20, ĂŒber Imperialismus, den ersten Weltkrieg und die Russische Revolution.

24.05. - Fall of Eagles Episode #7 "Dearest Nicky" und #8 "The Appointment" ĂŒber den Russisch-Japanischen Krieg, die Russische Revolution 1905, ĂŒber Modernisierung, Narodniki und die SozialrevolutionĂ€re.

07.06. - Lenin: The Train ĂŒber Lenins Reise im plombierten Wagen aus der Schweiz nach Petrograd im Jahr 1917. WĂ€hrend der Fahrt diskutiert Lenin mit den Mitreisenden seine politischen Vorstellungen.

14.06. - Reds ĂŒber die amerikanischen Anarchisten, Sozialisten und Kommunisten wĂ€hrend des 1. WK und die russische Revolution.

05.07. - Oliver Stones' Untold History of the United States Prequel Episode B. 1920-40 ĂŒber Konterrevolution, Faschismus, die Große Depression, Stalinismus und Nazismus.

19.07. - Arguing The World, ein dokumentarisches PortrÀt der New York Intellectuals Irving Kristol, Irving Howe, Daniel Bell und Nathan Glazer.

16.08. - Was war links? Teil 1: Protest und Theorie und Teil 2: Dutschke und Konsorten, eine Dokumentation ĂŒber die Neue Linke.

23.08. - Was war links? Teil 3: LĂ€rm und Gewalt und Teil 4: Kunst und Klassenkampf, eine Dokumentation ĂŒber die Neue Linke.

Durch die LektĂŒre von bedeutenden Texten der Hochphase des Marxismus in der 2. Internationalen und ihrer Krise im 20. Jahrhundert betrachten wir das Problem des Bewusstseins dieser Geschichte und ihrer politischen Implikationen fĂŒr die Gegenwart. Die Textauswahl beinhaltet Schriften von Luxemburg, Lenin und Trotzki, die philosophische Reflexion des Marxismus von LukĂĄcs und Korsch und ihre Auswirkungen auf die Kritische Theorie von Benjamin, Horkheimer und Adorno.