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„Die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der
Lebenden“ (Karl Marx)

 

Daten: 21. April - 4. August
Zeit: 18-21 Uhr
Ort: Studierendenhaus Bockenheim
Raum: K2

 

Der Marxismus nach dem Tod von Marx und Engels erfährt mit dem rasanten Wachstum der Arbeiterbewegung und der Entstehung der zweiten Internationale den Charakter einer politischen Massenbewegung, die sich in alle Teile der Welt verbreitet. Wir möchten im ersten Teil des Seminars genauer betrachten, worin der berühmt-berüchtigte Marxismus der Arbeiterbewegung bestanden hat und welche Krise ihn vor dem Beginn des Ersten Weltkrieges erfasst hat und große Teile der Arbeiterbewegung in diesen stürzte. Der Kampf gegen diese “Krise des Marxismus” hat mit der Oktoberrevolution und der deutschen Arbeiterrevolution von 1918-19 einen welthistorischen Maßstab erreicht, der die Hoffnungen und Katastrophen des zwanzigsten Jahrhunderts vorbereitete. Was war das Ziel der 1917 eingeleiteten internationalen Revolution und wie ist diese gescheitert? Welche politischen und ideologischen Konsequenzen hat dieses Scheitern und wie hängt es mit den verhängnisvollen Entwicklungen der 30er und 40er Jahre zusammen?
Um diese Fragen näher zu beleuchten, werden wir uns in der zweiten Hälfte des Semesters mit den Reflexionen dieser Entwicklungen beschäftigen, wie sie von zentralen Figuren der Frankfurter Schule entwickelt wurden. Mit Lukács, Benjamin, Horkheimer und Adorno werden wir die Spannung, Kontinuität und Differenz zu den Vertretern der klassischen Periode des Marxismus entwickeln und uns somit ein bedeutendes Instrumentarium zum Verständnis der gegenwärtigen Welt anzueignen suchen. Das problematische Verhältnis von Theorie und Praxis im Marxismus und seiner Entwicklung hat die Welt des zwanzigsten Jahrhunderts entscheidend geprägt und hinterlässt ihre Narben bis in die Gegenwart. Mit der Erforschung dieses Verhältnisses möchten wir Aufschluss darüber erhalten, wie die Vergangenheit unsere eigene Imagination der Zukunft in Bann hält.

 

Literaturliste:

• vorausgesetzte / + empfohlene Texte

Woche 1, 21. April
Revolutionary Leadership:
• Luxemburg, “Die ‘Junius-Broschüre’ / Krise der Sozialdemokratie” Teil I. (1917)
• J.P. Nettl, “The German Social Democratic Party 1890-1914 as a Political Model” (1965)
• Cliff Slaughter, “What is revolutionary leadership?” (1960)

Woche 2, 28. April
Reform oder Revolution:
• Rosa Luxemburg, "Sozialreform oder Revolution" (1899)

Woche 3, 5. Mai
Lenin und die Avantgarde
• Spartakist-Broschüre, “Lenin und die Avantgardepartei” (1978)

Woche 4, 12. Mai
Was tun?:
• W.I. Lenin, "Was tun?" (1902)
+ Richard Appignanesi und Oscar Zarate / A&Z, "Introducing Lenin and the Russian Revolution / Lenin for Beginners" (1977)

Woche 5: 19. Mai
Massenstreik und Sozialdemokratie:
• Rosa Luxemburg, „Massenstreik, Partei und Gewerkschaften“ (1906)
• Rosa Luxemburg, „Blanquismus und Sozialdemokratie" (1906)

Woche 6, 26. Mai
Permanente Revolution:
• Leo Trotzki, "Ergebnisse und Perspektiven" (1906)
+ Tariq Ali and Phil Evans, "Introducing Trotsky and Marxism / Trotsky for Beginners" (1980)

Woche 7, 2. Juni
Staat und Revolution:
• W.I. Lenin, "Staat und Revolution" (1917)

Woche 8, 9. Juni
Imperialismus:
• W.I. Lenin – "Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus" (1916)

Woche 9, 16. Juni
Das Scheitern der Revolution:
• Rosa Luxemburg, "Was will der Spartakusbund?" (1918)
• Rosa Luxemburg, "Unser Programm und die politische Situation" (1918)
+ Luxemburg, "Die Sozialisierung der Gesellschaft" (1918)
+ Luxemburg, "Die Ordnung herrscht in Berlin" (1919)
+ Sebastian Haffner, "Die deutsche Revolution 1918/19" (1968)

Woche 10, 23. Juni
Rückzug nach der Revolution
• W.I. Lenin, "Der „Linke Radikalismus“, die Kinderkrankheit im Kommunismus" (1920)
+ Lenin, "Notizen eines Publizisten" (1922/24)

Woche 11, 30. Juni
Dialektik der Verdinglichung
• Lukács, “Der Standpunkt des Proletariats” (= Teil III. des Kapitels “Die Verdinglichung und das Bewußtsein des Proletariats”) In: Geschichte und Klassenbewusstsein (1923)

Woche 12, 7. Juni
Lehren des Oktobers:
• Leo Trotzki, 1917 – "Die Lehren des Oktobers" (1924)
+Trotzki, "Bolschewismus und Stalinismus" (1937)

Woche 13, 14. Juli
Trotzkismus:
• Leo Trotzki, "Der Todeskampf des Kapitalismus und die Aufgaben der 4. Internationale" (Das Übergangsprogramm) (1938)

Woche 14, 21. Juli
Der Begriff der Geschichte:
• epigraphs by Louis Menand (on Edmund Wilson) and Peter Preuss (on Nietzsche) "on the modern concept of history"
• Walter Benjamin, "Über den Begriff der Geschichte" (1940)
• Benjamin, "Paralipomena zu den Thesen Über den Begriff der Geschichte" (In: GS I) (1940)
+ Bertolt Brecht, "An die Nachgeborenen" (1939)
+ Benjamin, "Erfahrung und Armut" (1933)
+ Benjamin, "Theologisch-politisches Fragment" (1921/39?)
+ Benjamin, "Zum Planetarium" (aus: Einbahnstraße, 1928)

Woche 15, 28. Juli
Reflexionen auf den Marxismus:
• Theodor Adorno, "Reflexionen zur Klassentheorie" (1942)
• Adorno, "Ausschweifung" (Anhang Minima Moralia) (1944–47)
+ Adorno, Adorno, "Zueignung", "Vor Mißbrauch wird gewarnt" und "Zum Ende", aus Minima Moralia (1944-47)
+ Horkheimer und Adorno, Diskussion über Theorie und Praxis (1956)

Woche 16. 4. August
Theorie und Praxis:
• Adorno, “Marginalien zu Theorie und Praxis” (1969)
• Adorno, “Resignation” (1969)
+ Adorno, "Zu Subjekt und Objekt" (1969)
+ Adorno, "Spätkapitalismus oder Industriegesellschaft?" (1968)
+ Adorno und Marcuse, "Correspondence on the German New Left" (1969)
+ Esther Leslie, "Introduction to the 1969 Adorno-Marcuse correspondence" (1999)

 

Podiumsdiskussion am 06.02.: Das Jahr 1989 und seine Bedeutung für die Linke

 
2014 jährten sich die Revolutionen von 1989 im ehemaligen Ostblock, der sogenannte „Herbst der Völker“, zum 25. Mal. Für die heutige Generation junger Erwachsener sind die Sowjetunion, der Ostblock und der Kalte Krieg zu bloßen Begriffen aus den Geschichtsbüchern geworden. Im Allgemeinen wird 1989 als der entscheidende Abschluss des Kalten Kriegs zwischen Kapitalismus und Kommunismus betrachtet, aus der ersterer als Sieger hervorging, womit das Ende des politischen Marxismus besiegelt wurde. Planwirtschaft und Kollektivierung der Produktionsmittel wurden als Grund des Versagens der Sowjetunion und ihrer Satellitenstaaten ausgemacht und aufgrund ihrer totalitären Regierungen wurde die Möglichkeit der Herrschaft der Arbeiterklasse überhaupt infrage gestellt. Außerdem scheint die Fähigkeit der Linken, sich eine Überwindung des Kapitalismus und eine klassenlose Gesellschaft vorzustellen, durch den Untergang des Kommunismus im Osten zutiefst beschädigt worden zu sein.
Da diese Geschehnisse nun scheinbar Geschichte geworden sind, kann und muss die Auswirkung von 1989 wieder überdacht werden. Die Platypus Affiliated Society möchte dieses 25. „Jubiläum“ nutzen, um herauszufinden, in welcher Art und Weise die Umbrüche von 1989 die Gegenwart beeinflussen. Wir fragen: Welche Bedeutung hatte das Jahr 1989 in seinem historischen Kontext und wie wirkt es sich auf die heutige Linke und ihre Politik aus?
 
Mit:
Patrik Köbele (Vorsitzender der Deutschen Kommunistischen Partei)
Stefan Bollinger (Mitglied der Historischen Kommission beim Parteivorstand der Partei DIE LINKE)
Gerd Bedszent (Zeitschrift EXIT)
 
Zeit: 06.02., 19:30 Uhr
 
Ort: Festsaal Studierendenhaus, Campus Bockenheim
 
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem SDS der Uni Frankfurt und mit freundlicher Unterstützung des AStA und der Fachschaft FB 03 statt.

 

Studierendenhaus Campus Bockenheim, Raum K2, 17:30 - 20:00 Uhr

Dienstags 20:00 - 22:00 UhrRaum S1|03-12 (Altes Hauptgebäude, Hochschulstr.1)

Kontakt: Nicolas.Schliessler(ät)web.de

 

Mit Ausnahme der ersten und vierten Sitzung und des englischen Transkripts der "Reform, Revolution, Resistance"-Podiusmdiskussion in der dritten Sitzung, sind alle Texte im Platypus-Reader zu finden. Es gibt genügend Druckexemplare des Readers für alle TeilnehmerInnen, dieser ist jedoch auch online als PDF- Version hier zu finden:

 

1.Sitzung: Dienstag, 02. Dezember

 

2.Sitzung: Dienstag, 09. Dezember

  • Mission, Was ist ein Schnabeltier?, Eine kurze Geschichte der Linken, Mission der Platypus Review
  • Cutrone, Chris: Das Kapital in der Geschichte

 

3.Sitzung: Dienstag, 16. Dezember

Weihnachtspause

 

4.Sitzung: Dienstag, 13. Januar

 

5.Sitzung: Dienstag, 20. Januar

19. Juni 2014, Campus Westend (Raum TBA), 19 Uhr
16. Januar 2014, 18 Uhr, Jos Fritz Café, Wilhelmstrasse 15/1, Freiburg
11.11.13, 20 Uhr, Antiquariat am Ballplatz Mainz, Am Ballplatz 5b, 55116 Mainz, Germany

7:00 PM, Wednesday, October 9, 2013

Kriegkstraße 12, Frankfurt am Main

Platypus in Kooperation mit unseren Freundinnen und Freunden von der Kriegkstr Zwoelf lädt ein:

Platypus goes Science Fiction... Heute mag es so scheinen, als seien die utopischen Visionen des Zeitalters der Aufklärung im Angesicht der Schrecken des 19. und des 20. Jahrhunderts ersetzt worden durch dystopische Verzweiflung; in Wirklichkeit jedoch war der Widerspruch zwischen diesen beiden Polen stets am Werk im politischen Kampf um die Emanzipation des Menschen. Science Fiction – ob sie nun das Verhältniszwischen technologischem Determinismus und der planvollen Transformation der Natur problematisiert, oder Fragen aufwirft über die existentiellen Krisen, die wir erleben, wenn wir dem Unbekannten begegnen – beruht auf eben diesem Spannungsverhältnis zwischen der Möglichkeit menschlicher Perfektionierbarkeit und der potentiellen Selbstzerstörung der Gesellschaft. Platypus Germany lädt euch ein mit uns zusammen unsere Vorstellungskraft über die Zukunft walten zu lassen, um die Möglichkeit der Veränderung in der Gegenwart zu reflektieren.

Beginnen möchten wir die Filmreihe mit "Margin Call", einem fiktionalisierten Spielfilm über den Zusammenbruch der Merryll Lynch Investmentbank im Jahr 2008. Der studierte Raketeningenieur und Risikoanalyst Peter Sullivan (Zachary Quinto) errechnet, dass die Wertanlagen seiner Firma über Nacht wertlos geworden sind. In einer nächtlichen Notsitzung beschließt der Vorstand, am nächsten Morgen alle diese Papiere loszuwerden und damit sehr wahrscheinlich eine katastrophale Wirtschaftskrise loszutreten... Einfach nur ein Wirtschaftsthriller? Oder doch ein Science Fiction-Film über unsere unmittelbare Vergangenheit? Haben uns dystopische Szenarien eingeholt - womöglich überholt? -, wonach mathematische Formeln über den Gang der Weltgeschichte entscheiden?

Margin Call (USA, 2011)
R: J.C. Chandor
Mit: Kevin Spacey, Paul Bettany, Jeremy Irons, Zachary Quinto, Penn Badgley, Simon Baker, Mary McDonnell, Demi Moore, Stanley Tucci
Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=Y2DqFRsPrns

Wir zeigen den Film in der englischsprachigen Originalversion.

Termine für unsere weiteren drei Filmvorführungen in dieser Reihe (Robocop, Gattaca, Star Trek VIII: Der erste Kontakt) werden bald bekannt gegeben.

Für alle weiteren Infos:
http://germany.platypus1917.org/
frankfurt@platypus1917.org